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Bundesliga

Unsicher durch zu viel Sicherheit

By 14. November 2010No Comments

„Wer solch eine Moral beweist, gewinnt auch verdient“, diesen Satz sagte NETZHOPPERS‐Trainer Mirko Culic allzu häufig über sein Team. Doch diesmal meinte er den Gegner. Sein Team sah lange wie der souveräne Sieger aus, aber dann kam alles anders.

590 Zuschauer stehen nach 108 spannenden Minuten Volleyball in der Landkost‐Arena Bestensee. Sie warten auf den letzten, auf den finalen Punkt ihrer NETZHOPPERS. 2:2‐Sätze, 14:12‐Punkte, zwei Matchbälle. Matthias Böhme, der zuvor einen starken fünften Satz spielte, geht zum Aufschlag und schlägt diesen ins Netz. 14:13, eigene Annahme und die Chance, dieses aufreibende Match zu entscheiden. Die Annahme passt, Manuel Rieke spielt im ersten Tempo zu Florian Karl, der den Ball nicht richtig trifft und ihn ins Seitenaus schlägt. Rottenburg machte es besser. Bei 14:15 haben sie einen Matchball, den sie sofort nutzen. Aleksandar Milivojevic verspringt die Annahme nach einem Float‐Aufschlag. Aus und vorbei. Fünfte Saisonniederlage gegen die bis dato sieglosen Rottenburger. Bei diesem Spielverlauf dürfte es auch die bitterste und ärgerlichste Niederlage sein.

Mit großen Erwartungen gingen die NETZHOPPERS KW‐Bestensee in ihr Heimspiel gegen den EnBW TV Rottenburg. Doch die Erwartungen, sie erfuhren einen Dämpfer. Die NETZHOPPERS kamen schlecht in die Partie und konnten sich im ersten Satz keine einzige Führung erarbeiten. Folgerichtig ging der Satz mit 19:25 an die Gäste vom Neckar.

Doch die NETZHOPPERS meldeten sich umso eindrucksvoller zurück. Sie spielten souverän, konzentriert und teilweise gar spektakulär. Die Grundlage bildeten die variablen und druckvollen Aufschläge von Aleksandar Milivojevic mit denen die Abwehr der Rottenburger nicht zurecht kam. Dadurch konnten die Gäste ihr Spiel nicht entfalten und die NETZHOPPERS auf der anderen Seite des Netzes befreit aufspielen. Den schönsten Punkt des Satzes erzielte Eduardo Nunes, der durch eine neue Angriffsvariante spektakulär über die Mitte zum 24:12 punktete.

So wie der zweite Satz endete, fing der dritte an. Die NETZHOPPERS spielten Rottenburg an die Wand. Den Hausherren gelang alles und den Gästen nichts. Es sah gar nach einem Klassenunterschied aus. Als Matthias Böhme nach einem langen und umkämpften Ballwechsel noch den Big‐Point zum 8:3 für die Brandenburger machte, schien die Gegenwehr der Rottenburger gebrochen. Auch diesen Satz gewannen die Hausherren mit 25:12.

Was danach geschah, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Arvid Kinder mutmaßte: „Vielleicht haben wir die beiden Sätze zu klar gewonnen. Wir hatten zu viel Sicherheit und wurden auf einmal unsicher, weil wir zwei Punkte zurück lagen. Wir zeigen zwei Sätze lang, dass wir gut spielen können und verlieren dann wegen einem kleinen Rückstand unser Selbstbewusstsein. Diese Niederlage ist wirklich sehr ärgerlich.“

Es war eine kleine Änderung Rottenburgs im vierten Satz, die zur Niederlage der Brandenburger führte. Sie begannen mit Float‐Aufschlägen. Damit kamen die NETZHOPPERS an diesem Tage nicht zurecht. Selbst eine längere Pause beim 3:6, aufgrund von technischen Problemen, brachte die Brandenburger nicht zurück in die Spur und der Satz ging mit 25:15 an die Gäste.

Der fünfte Satz war eng und umkämpft. Das unglückliche Ende ist bekannt. Selbst Culic fiel nach diesem Spiel die Analyse schwer: „Wir haben solide gespielt, aber außer Matthias Böhme hat das Team heute seine Punkte nicht gemacht. Es ist sehr enttäuschend, dass wir in den entscheidenden Phasen wieder zu ängstlich agieren und nicht entschlossen genug sind. Letztlich ist die Niederlage unglücklich, aber aufgrund der Moral von Rottenburg auch verdient.“

Nach diesem Fünf‐Satz‐Krimi stand noch die Wahl der MVPs an. Auf Seiten der NETZHOPPERS wurde Matthias Böhme zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt und bei den Rottenburgern Hans Cipowitz.

Weitere Bilder zum Spiel finden Sie hier.

 

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