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Netzhoppers lösen Ticket nach Mannheim

By 11. Dezember 2020No Comments
Pokalspiele des Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers KW-Bestensee sind in dieser Saison definitiv nichts für schwache Nerven. Konnte das Dahmeland-Team im Achtelfinale gegen SWD Powervolleys Düren und anschließend im Viertelfinale beim Pokalverteidiger und Deutschen Meister BR Volleys jeweils einen 0:2-Rückstand noch in einen eigenen 3:2-Sieg umwandeln, gelang es den Brandenburgern auch im Halbfinale am Donnerstagabend in der Potsdamer MBS-Arena gegen WWK Volleys Herrsching. Nach 136 Spielminuten und einem ziemlich nervenaufreibenden und spannenden Tie-Break, in dem die Netzhoppers acht und die Bayern vier Matchbälle hatten, setzten sich die Brandenburger erneut mit 3:2-Sätzen (21:25, 26:28, 25:16, 25:22, 26:24) durch. Im Finale am 28. Februar 2021 treffen sie auf die United Volleys Frankfurt am Main, die sicherlich etwas überraschend beim VfB Friedrichshafen mit 3:2 gewinnen konnten.
„Ich kann gar nicht glauben, was meine Mannschaft heute geschafft hat. Erneut einen 0:2-Rückstand in einen Sieg umzuwandeln, war einfach nur der blanke Wahnsinn. Die ganze Region kann unheimlich stolz auf die Netzhoppers sein, die alles dafür gegeben haben, um das erste Mal in der Vereinsgeschichte ein Pokalendspiel zu erreichen“, sagt ein überglücklicher Netzhoppers-Coach Christophe Achten nach dem Endspieleinzug. Herrschings Head-Coach Max Hauser gratulierte sportlich sehr fair: „Es ist verdient, dass die Netzhoppers im Finale stehen. Sie haben drei tolle Tiebreak-Spiele gespielt. Das muss man anerkennen.“
Bis zum 10:10 verlief der erste Durchgang sehr ausgeglichen. Doch dann schafften es die Gäste, sich eine Drei-Punkte-Führung zu erspielen (14:11). Ein Ass von Johannes Tille, dem zweitbesten Aufschläge der Liga, zum 21:17 brachte dann Herrsching endgültig auf die Siegerstraße. Ein Ausball von Johannes Mönnich sorgte für den 25:21-Satzgewinn für die Oberbayern. Auch im folgenden Abschnitt verlief die Anfangsphase (10:10) sehr ausgeglichen. Mit der Einwechslung von James Jackson, der die zwei Spiele zuvor nicht eine einzige Minute auf der Platte stand, gelang Achten ein kleiner Schachzug, der sich im weiteren Verlauf der Begegnung auszahlen sollte. Der Kanadier sorgte für deutlich Belebung im Spiel der Netzhoppers, die aber nach dem Ausball von Karli Allik zum 26:28 auch den zweiten Abschnitt an die Volleys abgeben mussten.
Achten appellierte in der Wechselpause an seine Spieler, noch einmal alles reinzuhauen, um doch noch die Wende herbeizuführen. Diese Worte des Trainers schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn im dritten Abschnitt überzeugten die Brandenburger mit einer richtig starken Vorstellung, die mit einem deutlichen 25:16 belohnt wurde. Im vierten Abschnitt hatte Herrsching in der Anfangsphase leicht die Nase vorn (4:2). Mit einem Block zum 4:4 leitete James Weir die Wende ein. Nach einem Ass von Allik setzten sich die Netzhoppers auf 10:8 ab. Diese Führung verwaltete das Achten-Team auch bis in die wichtige Schlussphase des Satzes erfolgreich. Ein Aufschlagfehler vom sonst so sicheren Tille zum 18:22 bedeutete die Vorentscheidung. Nach einem weiteren Aufschlagfehler von Luuc van der Ent zum 22:25 aus Herrschinger Sicht konnten die Brandenburger den 2:2-Satzausgleich herbeiführen.
Der folgende Tie-Break sollte in die Geschichtsbücher eingehen, denn er dauerte mit 28 Minuten länger als die Durchgänge eins (26), drei (23) und vier (27). Die Gäste setzten sich zwar im Entscheidungssatz frühzeitig mit 4:2 ab, doch nach einem 5:0-Lauf lagen die Netzhoppers mit 7:4 vorn. Die folgenden Minuten waren von Spannung kaum zu überbieten. Kurz vor dem Ende des Tie-Breaks führte WWK mit 12:11, doch beim 15:15 waren die Gastgeber zurück im Geschäft. Ihren achten Matchball nutzten die Netzhoppers dann durch Byron Keturakis, der den Ball mit viel Wut im Bauch erfolgreich in die Herrschinger Hälfte jagte, zum 26:24 aus. Anschließend gab es kein Halten mehr, denn das Erreichen des Pokalendspiels wurde von der siegreichen Mannschaft noch auf dem Parkett gefeiert.
Ein kleines Extralob gab es nach dem Spiel von Achten für seinen Außenangreifer James Jackson. „James hatte gut trainiert und sich dadurch für einen Einsatz empfohlen. Es hat mit seiner Leistung gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann. Aber nicht nur James hat stark gespielt. Alle Spieler waren heute in Bestform und von der Bank kam erneut die lautstarke Unterstützung, die uns nach vorne gepowert hat. Vielen Dank dafür“, so der belgische Netzhoppers-Coach. Erfolgreichste Punktesammler beim Dahmeland-Team waren Routinier Dirk Westphal (18), Karli Allik (17), James Jackson (11) und Keturakis (9). Der Kapitän wurde nach dem Spiel mit der Goldmedaille für den wertvollsten Spieler ausgezeichnet (MVP). Gästelibero Ferdinand Tille bekam Silber. „Wir haben nach dem Rückstand immer an uns geglaubt und nie die Köpfe hängen gelassen. Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen Frankfurt. Auch gegen die Hessen rechnen wir uns etwas aus“, kündigt Allik an.
„Mit Publikum hätte die Halle gebebt. Gratulation an die Netzhoppers, die durch ihren tollen sportlichen Erfolg beste Werbung für unsere Region betrieben haben“, so Swen Ennulat, Bürgermeister von Königs Wusterhausen. „Es war eine richtig tolle Leistung der Netzhoppers“, fügt sein Bestenseer Amtskollege Klaus-Dieter Quasdorf noch hinzu.
Bilder zum Krimi gibt es bei Dagmar Jaschen.

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