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Netzhoppers ziehen ins Pokal-Halbfinale ein

By 26. November 2020No Comments
Mit einem total überraschenden 3:2-Erfolg (22:25, 23:25, 26:24, 25:18, 15:13) beim amtierenden Deutschen Volleyball-Meister und Pokalsieger BR Volleys haben die Netzhoppers KW-Bestensee das Halbfinale im DVV-Pokal erreicht. Es war in einer Pflichtpartie erst der zweite Sieg für die Netzhoppers gegen die Berliner. „2012 konnten wir in der Landkost-Arena ebenfalls mit 3:2 in einem Bundesligaspiel die BR Volleys schon einmal bezwingen“, informiert Teammanagerin Britta Wersinger.
An diesen Erfolg werden die Netzhoppers und ihre Fans, die das Spiel aufgrund von Corona nur per Livestream im Internet verfolgen konnten, noch sehr lange zurückdenken, denn im dritten Satz beim Stand von 24:22 hatte das mit Volleyball-Weltstars bestückte BR-Team zwei Matchbälle. Diese konnten die Brandenburger mit einer Energieleistung abwenden und diesen sowie die zwei weiteren Sätze erfolgreich gestalten.
„Heute haben wir gezeigt, zu welcher Leistung wie in der Lage sind. Natürlich war etwas Glück dabei, dass wir den dritten Abschnitt noch gewinnen konnten. Eigentlich waren wir im dritten Satz beim 22:24 schon im Bus auf der Rückreise nach Königs Wusterhausen“, konstatiert Netzhoppers-Coach Christophe Achten, „meine Mannschaft hat aber alles gegeben, um die große Sensation zu schaffen. Ich bin unheimlich stolz auf meine Truppe, die einen sensationellen Auftritt beim haushohen Favoriten zeigte. Jetzt wollen wir auch ins Endspiel!“ Dirk Westphal, der nach dem Match zum wertvollsten Spieler gewählt wurde (MVP), sprach vor der Begegnung, die Netzhoppers wollen Geschichte schreiben – und er sollte recht behalten. „Das ist uns heute auch gelungen“, so der Außenangreifer, dem 19 Zähler an seiner alten Wirkungsstätte gelangen. Er wusste auch, warum die Netzhoppers den Sprung ins Halbfinale geschafft haben: „Die Breite unseres Kaders war heute das Geheimrezept. Uns fehlte in der Vergangenheit oftmals frischer Wind von der Bank. Das ist in dieser Saison anders. Vom Pokalfinale in Mannheim träumen wir noch nicht, denn wir müssen ja im Halbfinale noch einen weiteren Sieg einfahren, um das Endspiel dort zu erreichen.“
Ohne ihren verletzten Weltklasse-Zuspieler Sergej Grankin taten sich die Hausherren in den ersten beiden Sätzen sehr schwer, sich einen Vorsprung herauszuspielen. Den Gästen aus dem Dahmeland gelang es immer wieder, kleinere Rückstände aufzuholen. Nur mit einem überragenden Benjamin Patch, dem von seinen insgesamt 35 Punkten 22 in den ersten beiden Abschnitten gelangen, konnten die BR Volleys Satz eins mit 25:22 und den folgenden mit 25:23 erfolgreich beenden. „Patch bekamen wir zuerst überhaupt nicht in den Griff, er hat super gespielt. Ab dem dritten Durchgang hatten wir ihn etwas besser unter Kontrolle, sodass er nicht mehr so richtig zur Entfaltung kam“, berichtet Achten. Zum Ende des dritten Satzes hin waren die Netzhoppers schon eigentlich aus dem diesjährigen Pokal-Wettbewerb ausgeschieden, denn beim Stand von 24:22 hatte das Enard-Team zwei Matchbälle vor der Brust.

Dann ging es jedoch ganz schnell. Durch einen Block von Johannes Mönnich und einem Punkt von Westphal kamen die Netzhoppers zum 24:24-Ausgleich. Anschließend blockte Yannick Goralik gegen Patch und mit einem krachenden Schmetterball in die gegnerische Hälfte zum 26:24 machte abermals Westphal endgültig den Deckel drauf.
Durch dieses Comeback der Gäste geschockt verloren die Volleys im vierten Abschnitt total den Faden. Mit zwei Aufschlag-Assen sorgte Karli Allik für eine 10:8-Führung, die die Gäste zwischenzeitlich auf bis zu sieben Zähler ausbauten (21:14). Ein Aufschlagfehler von Eder Carbonera zum 18:25 brachte den 2:2-Satzausgleich. „Karli war heute ganz besonders motiviert, da BR-Coach Cedric Enard auch sein Nationaltrainer in Estland ist. Ich glaube, Enard hat eine sehr gute Leistung seines Schützlings gesehen“, ist Achten überzeugt.
Der Este spielte auch in der Schlussphase des alles entscheidenden Tie-Breaks eine ganz wichtige Rolle, denn mit einem Block gegen Patch sorgte er für einen 15:13-Erfolg. Anschließend stürmte die gesamte Mannschaft auf Allik zu, um zusammen mit ihm den Überraschungssieg noch auf der Platte zu feiern. „Wir konnten im dritten Satz den Sack nicht zumachen, da fehlte etwas das Glück. Danach sind wir im Angriff nicht mehr durchgekommen und haben weiterhin nicht gut aufgeschlagen. Wenn wir einen Satz verlieren, fehlt uns oft die Energie. Wir müssen lernen, den Kopf oben zu behalten. Das ist uns heute leider nicht gelungen“, resümiert BR-Mittelblocker Anton Brehme.
Im Halbfinale am 10. Dezember, haben die Netzhoppers Heimrecht. Ob es gegen Herrsching oder Giesen geht wird noch ermittelt.  „Gerade jetzt dürfen wir nicht glauben, dass wir alle schlagen, nur weil wir gegen die BR Volleys gewonnen haben. Herrsching oder Giesen müssen erst einmal besiegt werden“, weiß Westphal, der 2013 in Belgien mit Knack Roselare schon einmal Pokalsieger wurde.

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