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Netzhoppers KW-Bestensee zieht es an den Bodensee

In der Volleyball-Bundesliga müssen die Netzhoppers KW-Bestensee Mittwoch Abend um 20 Uhr in der ZF-Arena beim deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen (13 Titelgewinne) antreten. Für Netzhoppers-Akteur Jan Jalowietzki wird es eine ganz besondere Begegnung werden, denn er wurde in der Stadt am Bodensee am 16. Februar 1996 geboren und begann seine Karriere bei den Volley Young Stars, dem Nachwuchs des VfB Friedrichshafen.
Im Interview äußert sich der Außenangreifer unter anderem darüber, warum er sich wie ein kleines Kind auf das Match in seiner Heimat freut und wie es die Netzhoppers schaffen können, beim VfB eventuell etwas Zählbares zu holen, wie es bereits vor einigen Wochen bei den BR Volleys klappte, als die Dahmeländer bei der 2:3-Niederlage einen Punkt aus der Schmeling-Halle entführen konnten.
Jan, wie sehr fieberst du dem Spiel heute Abend in deiner alten Wirkungsstätte, der ZF-Arena, entgegen?
Jan Jalowietzki: Ich freue mich wie ein kleines Kind auf die Partie in meiner Heimat und kann es kaum erwarten, dass das Spiel endlich los geht. Es ist für mich auch immer schön, wieder nach Hause zu kommen und in der Halle Volleyball zu spielen, in der man quasi aufgewachsen ist. Meine Eltern werden sich die Begegnung live in der ZF-Arena ansehen. Das ist ein zusätzlicher Ansporn für mich, mein Bestes zu geben, um den VfB eventuell etwas zu ärgern. Auch ein paar Freunde von mir sitzen am Abend auf der Tribüne und werden mich anfeuern. Und auf der Gegenseite spielt Jakob Günthör, mit dem ich zusammen bei den Young Stars in einem Team agierte.
Du sprichst deine Eltern an. Dein Vater Bogdan ist ein sehr prominenter ehemaliger Volleyballspieler, der in seiner Laufbahn 122 Länderspiele für Deutschland absolviert hat und dem unter anderem mit Friedrichshafen sechs Deutsche Meisterschaften, drei Vizemeisterschaften sowie sieben DVV-Pokalsiege gelangen. Welche Tipps gibt dir dein Vater vor so einem Match gegen seinen ehemaligen Verein und wie sieht er deine Entwicklung bei den Netzhoppers?
Wir telefonieren beide fast täglich und tauschen und sehr viel über Volleyball aus. Er ist jedenfalls ein Mensch, der sehr ehrlich ist. Früher war es so, egal, wie gut ich gespielt hatte, kam immer noch von seiner Seite der kleine Funken Kritik, um mich noch besser zu machen. Mittlerweile ist er deutlich entspannter geworden. Er meinte, wenn ich meinen Weg so weiter gehe, sieht er Hoffnung in meiner Karriere als Volleyball-Profi. Tipps für das Match gegen den VfB hat er mir nicht mit gegeben, obwohl Bogdan sich sicherlich für uns freuen würde, wenn wir überhaupt das erste Mal in der Bundesliga-Geschichte der Netzhoppers gegen Friedrichshafen erfolgreich sein würden.
Der VfB Friedrichshafen hat in dieser Saison bei Weitem noch nicht die Form der vergangenen Jahre erreicht. Die Mannschaft von Michael Warm, der im Sommer die Nachfolge von Kulttrainer Vital Heinen angetreten hatte, kassierte in den vergangenen Spielen unter anderem Niederlagen gegen Herrsching, Frankfurt und Eltmann. Dagegen sind die Netzhoppers 2020 in einer blendenden Form, denn von neun möglichen Zählern wurden sieben geholt. Da dürfte doch für Euch auch beim VfB etwas gehen?
Wir sind nicht zum Bodensee gereist, um freiwillig die Punkte dort zu lassen. Bei uns hat in den vergangenen Spielen fast alles geklappt, aus diesem Grund konnten wir sicherlich die BR Volleys ein wenig ärgern und Siege gegen Düren und Bühl einfahren. Ich denke, der VfB ist aber ein ganz anderes Kaliber als die beiden letztgenannten Teams, gegen den wir alle 100 Prozent und mehr geben müssen, um die mit zahlreichen Nationalspielern bestückte Mannschaft zu bestehen. Ich glaube nicht, dass die Spieler des VfB gegen uns sagen werden, wir spielen ein schnelles Stündchen Volleyball und gehen dann ins Bett. Nein, das machen sie sicherlich nicht, denn wir haben uns durch die vergangenen guten Auftritte gehörigen Respekt bei den Bundesligateams erarbeitet.
Worin siehst du die Ursache, dass dein Heimatverein Partien gegen Eltmann und Frankfurt sicherlich unnötig verloren hat, denn beide Mannschaften konnten die Netzhoppers in der Hinrunde besiegen?
Eltmann und Frankfurt zeigten gegen den VfB ein unheimlich starkes Aufschlagspiel, mit dem die Truppe von Trainer Michael Warm überhaupt nicht klar gekommen ist. Das war aus meiner Sicht die Ursache für diese beiden Pleiten.
Also weißt Du doch bereits, wie Friedrichshafen zu knacken ist?
Das stimmt. Wir haben unseren Fokus im Trainings sehr auf unsere Aufschläge gelegt, denn die müssen kommen, sonst wird es nichts mit einer Überraschung. Mit Casey Schouten, Theo Timmermann und Luke Herr haben wir auch hervorragende Aufschläger, die immer in der Lage sind, mit ihren Angaben für richtig Druck beim Gegner und für direkte Punkte zu sorgen.
Wer ist aus deiner Sicht der beste Aufschläger der Bundesliga?
Ganz klar Sergei Grankin von den BR Volleys. Bei dem weißt du nie, wohin seine Angaben gehen. Er ist unheimlich variabel, kann kurz, lang, rechts oder links servieren. Bei Sergei weißt du im Vorfeld nie, wo seine Angaben landen werden. Das ist zum Beispiel bei Sebastian Gevert aus Düren ganz anders, denn der kann nur mit viel Schmackes  aufschlagen.
Die Netzhoppers rangieren aktuell auf dem achten Platz, der für die Teilnahme an den Play-off-Spielen reichen würde. Ist aus deiner Sicht noch mehr möglich?
Ganz klar ja. Wie sind alle Sportler und wollen das bestmögliche erreichen. Deshalb glaube ich, Platz sieben ist durchaus noch drin.
Dann würden aber mindestens zwei Best-of-three-Partien gegen Innsbruck oder erneut Friedrichshafen winken. Wäre es deshalb nicht besser, Rang acht zu sichern, um noch mindestens zweimal im Berlin-Brandenburg-Derby gegen die BR Volleys zu spielen?
Natürlich wäre es toll, noch einmal gegen den Deutschen Meister in der Max-Schmeling-Halle zu spielen. Sicherlich wäre das für unsere Fans zum Ende der Saison hin noch einmal ein absolutes Highlight.  Aber ich muss sagen, wenn wir die Chance bekommen sollten, den siebten Platz zu erreichen, dann werden wir auch alles dafür geben, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wir versuchen jedenfalls, in den verbleibenden Saisonpartien so viele Punkte wie möglich einzufahren.

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