Bundesliga

Der Angstgegner schlägt wieder zu

Nach dem achten Berlin-Brandenburg-Derby machte sich bei den Netzhoppers KW allgemeine Ratlosigkeit breit. Wieder einmal gelang es ihnen gegen den SCC Berlin nicht, ihre Leistung abzurufen. In der mit 1000 Zuschauern ausverkauften Landkost-Arena unterlagen die Hausherren mit 0:3 (19:25, 19:25, 20:25).

Es herrschte ausgelassene Derby-Stimmung auf den Rängen. Beim Einlauf der Netzhoppers-Spieler erhoben sich die ersten Zuschauer von ihren Plätzen. Einem konnten sie leider nicht zujubeln: Topscorer Matthias Böhme fehlte aufgrund eines Magen-Darm-Infektes. Sebastian Krause ersetzte ihn auf der Diagonalposition.

Für die Netzhoppers startete das Spiel gleich äußerst ungünstig. Der SCC zog mit 6:1 davon und ließ die Brandenburger im ganzen Satz nie näher als auf drei Punkte an sich herankommen. Die KW’er zeigten sich im Aufschlag risikobereit, wurden dafür allerdings nicht belohnt. Oftmals blieb der Ball an der Netzkante hängen oder segelte ins Aus. Hinzukam, dass der Block der Netzhoppers schlecht stand und die SCC- Angreifer gegen einen Einerblock leichtes Spiel hatten.    

Der zweite Satz begann ein Quäntchen besser. Doch beim 5:5 bereitete ausgerechnet der Ex- Netzhopper Salvador Hidalgo Oliva seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Probleme mit zugleich platzierten und druckvollen Aufschlägen. Nun lag der SCC mit vier Punkten in Front und spielte seinen Stiefel souverän herunter. Die Netzhoppers konnten sich nicht in eine Position bringen, in der sie die Berliner hätten in Bedrängnis bringen können.

Kapitän Manuel Rieke war ratlos über die gezeigte Leistung: „Der SCC hat uns die ganze Zeit am Boden gehalten. Wir fanden einfach nicht ins Spiel und konnten nicht aufstehen.“

Der dritte Spielabschnitt fing verheißungsvoll an. Durch das Ass zum 1:0 von Manuel Rieke stiegen der Lautstärkepegel und die Hoffnung der Fans wieder deutlich. Beim Stand von 4:4 wieder eine Aktion, die eine Trendwende herbeiführen könnte. Florian Karl rettet einen Netzaufschlag von Alexander Spirovski mit einer Hand und macht anschließend selbst den Punkt. Nach einem weiteren Ass von Manuel Rieke nimmt der SCC eine Auszeit. Danach lief wieder nicht viel zusammen. Erfolgreiche Blocks werden durch Netzberührungen abgepfiffen und Angriffe unbedrängt an die Antenne geschlagen. Bei 14:10 hat sich der SCC wieder ein geruhsames Polster erarbeitet und den Netzhoppers viel nichts mehr ein.     

Mirko Culic war nach dem Spiel alles andere als zufrieden: „Wir haben viel zu viel Respekt gezeigt und schlecht gespielt. Der SCC war hoch motiviert und wollte uns zeigen, wo unser Platz ist. Wir waren zu passiv und hatten keinen Satzgewinn verdient. Matthias Böhme hat uns gefehlt, da alle darauf gewartet haben, dass jemand seinen Job übernimmt.“

Arvid Kinder sprach von einer „Kopfsache“ gegen den SCC, wusste aber auch nicht so recht woran es liegt. „Der SCC ist heiß und will zeigen, dass sie die Nummer 1 sind. Wir haben unerklärlicher Weise mit angezogener Handbremse gespielt“, sagte der Außenangreifer. Mit einem leicht verzweifelten Schulterzucken fügte er noch an: „Irgendwie liegen die uns einfach nicht.“

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