In Bundesliga, Netzhoppers

Gegen ein ziemliches Schwergewicht des deutschen Volleyballsports muss Bundesligist Netzhoppers SolWo Königspark KW im letzten Spiel des Jahres antreten. Um 19 Uhr am Samstagabend empfangen die Dahmeländer in der heimischen Landkost-Arena den VfB Friedrichshafen, der nach neun Saisonspielen hinter dem Spitzenreiter Hypo Tirol AlpenVolleys Haching (23 Zähler) auf dem zweiten Tabellenplatz rangiert (21). Gegen die Österreicher, die mit einer Sondergenehmigung am Bundesliga-Spielbetrieb teilnehmen dürfen, kassierte die Mannschaft vom belgischen Startrainer Vital Heinen erst am 16. Dezember in Innsbruck eine 2:3-Niederlage. Dass sich der 13-fache Deutsche Meister in einer kleinen Minikrise befindet, zeigte drei Tage später die klare 0:3-Pleite in der Champions League beim französischen Vertreter Chaumont Volley Ball 52.

Unmittelbar nach dieser Niederlage reagierten die Vereinsverantwortlichen des VfB Friedrichshafen und verpflichteten Rafael Redwitz. Der französische Zuspieler wurde in Brasilien geboren, ist 1,91 Meter groß und wechselte vom polnischen Topclub Asseco Resovia Rzeszow an den Bodensee.

Redwitz ist 38 Jahre alt, hat sowohl schon für die brasilianische als auch später für die französische Nationalmannschaft gespielt und hat vor allem eines: Erfahrung. Genau danach hat VfB-Trainer Heynen gesucht und den Zuspieler nun verpflichtet. „Ich habe als Trainer gesehen, dass meiner Mannschaft die Konstanz fehlt“, sagte Heynen. „Wir sind ein sehr junges Team und Rafael kann uns mit seiner Erfahrung weiterhelfen.“ Damit vergrößert sich der Häfler Kader von 13 auf 14 Spieler.

Die Möglichkeit zur Verpflichtung von Redwitz ergab sich kurzfristig. Asseco Resovia Rzeszow hatte den Zuspieler bis vor kurzem unter Vertrag. Weil Rzeszow aber einen ausländischen Libero nachverpflichten musste, trennten sich die Polen vom Franzosen. Denn eine strikte Ausländerregel in der Plus Liga verhinderte weitere Einsätze von Redwitz. „Der VfB ist ein traditionsreicher Club mit tollen Fans“, sagt Redwitz zu seinem neuen Engagement. „Ich freue mich, mit Vital Heynen zu arbeiten und dem Club zu helfen, Titel zu gewinnen.“

Der vierfache französische Meister hat seine Karriere vor allem bei polnischen und französischen Topclubs verbracht. Friedrichshafen ist seine erste Station in Deutschland. „Ich habe auch deutsche Wurzeln“, erzählte er. „Das ist jetzt eine tolle Möglichkeit, mehr darüber in Erfahrung zu bringen.“ Von den Qualitäten des neuen VfB-Akteurs können sich die Zuschauer bereits heute überzeugen, denn der Neuzugang reiste mit nach Bestensee.

Von solchen Luxusproblemen, einfach während der Saison einen weiteren Akteur unter Vertrag zu nehmen, können die Netzhoppers-Verantwortlichen nur träumen. Aufgrund eines deutlich geringeren Etats als dies bei den Süddeutschen der Fall ist,  ist es nicht möglich, nach verletzungsbedingten längeren Pausen – wie es zum Beispiel aktuell bei Theo Timmermann der Fall ist – den Kader mit einem weiteren Spieler aufzustocken. Der Außengreifer wird nach seiner Verletzung im Spiel gegen Lüneburg zwar wieder im Kader stehen, doch wohl nur zu geringen Einsatzzeiten kommen. „Ich trainiere zwar mit den Jungs mit, kann aber nach wie vor nicht springen. Aus diesem Grund kann ich nur in der Annahme eingesetzt werden“, informierte Timmermann.

Geht es nach Manager Arvid Kinder, muss gegen Friedrichshafen bei den Aufschlägen richtig Druck aufgebaut werden, um Weltklasselibero Markus Steuerwald ernsthaft in Bedrängnis zu bringen: „Unser Team muss es schaffen, mit seinen Angaben Friedrichshafen etwas zu ärgern. Nur so ist es überhaupt möglich, die Sätze so lange wie möglich offen zu halten. Es wird auch sehr wichtig sein, dass uns die Fans, wie schon in den vergangenen Heimpartien, so richtig nach vorne peitschen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, wenn im letzten Spiel des Jahres die Landkost-Arena noch einmal richtig gut gefüllt ist.“

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