In Bundesliga, Netzhoppers

Um 19.30 Uhr muss Volleyball-Bundesligist Netzhoppers SolWo Königspark KW am Samstagabend (16. März) zum vorletzten regulären Saisonspiel beim Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen (13 Titel) antreten. Diese Begegnung David gegen Goliath in der ZF-Arena ist für Zuspieler Martin Krüger eine ganz besondere, denn er steht noch bis 2020 beim Team vom Bodensee unter Vertrag. Seit knapp zwei Monaten trägt er, der 25-Jährige, jedoch das Trikot der Netzhoppers, die ihn erst einmal bis zum Ende der Spielzeit 2018/2019 ausgeliehen haben. Grund der Ausleihe des gebürtigen Hallenser war der Kreuzbandriss von Sascha Kaleck, sonst hätte Coach Mirko Culic neben Luke Herr keinen weiteren Zuspieler zur Verfügung gehabt.

„Aufgeregt bin ich vor der Partie gegen meine Teamkameraden vom VfB nicht, aber dafür unheimlich motiviert. Wenn ich von Mirko eingesetzt werden sollte, dann will ich natürlich auch zeigen, dass ich ein gutes Level habe“, erzählt der 1,88 m große Krüger, der seit dem Beginn der Spielzeit bei den Baden-Württemberger unter Vertrag steht. Nach dem Abgang von Simon Tischer (Karriereende) und Tomas Kocian (Wechsel nach Düren) stand der VfB Friedrichshafen nach der verpassten Meisterschaft im vergangenen Jahr vor einem Umbruch auf der Zuspielposition. Die beiden neuen Zuspieler Martin Krüger und Jakub Janouch sollten diese Lücke schließen. Weltmeistertrainer Vital Heynen war mit den gezeigten Leistungen von Krüger, der vom TSV Herrsching zum Bodensee gewechselt war, nicht so zufrieden, sodass der VfB im Dezember noch den Franzosen Rafael Redwitz dazuholte und Krüger auf einmal nur noch die Nummer drei auf der Zuspielerposition in Friedrichshafen war.

Als die Netzhoppers Krüger Anfang Januar ausleihen wollten, benötigte der ehemalige Junioren-Nationalspieler auch nicht wirklich große Bedenkzeit. „Für mich war es vorerst die beste Lösung bis zum Ende der Saison, weil ich in Friedrichshafen als Zuspieler keine Chance mehr hatte. Mit wurde deshalb nahegelegt – um weiterhin Spielpraxis zu sammeln – einen anderen Verein zu suchen. Ich wurde ja bei den Trainingseinheiten kaum noch mit eingebaut, da sich mit drei Zuspielern schlecht Übungen durchführen lassen“, so Krüger zu seinem Wechsel zu den Dahmeländern. Bei den Netzhoppers fühlte sich der Winterneuzugang vom ersten Tag an pudelwohl: „Ich wurde super vom Team aufgenommen. Am Anfang lebte ich noch eine Weile im Hotel, jetzt hat der Verein eine schicke Ferienwohnung für mich in Motzen gefunden.“ Nicht nur Krüger, sondern auch das ganze Team der Netzhoppers weiß um die Wichtigkeit der heutigen Begegnung am Bodensee.

Punktgleich mit den Volleyball Bisons Bühl (21 Zähler) liegen die Dahmeländer nur aufgrund eines Sieges weniger als Bühl auf dem neunten Tabellenrang, der nicht zur Play-off-Teilnahme berechtigen würde. Umso wichtiger ist es deshalb, in den letzten beiden Begegnungen das Maximale herauszuholen, zumal die Bisons mit Giesen (auswärts) und den BR Volleys (zuhause) ähnlich wie die Netzhoppers ein sehr schweres Restprogramm vor der Brust haben. Die Brandenburger müssen in ihrer letzten Partie am kommenden Samstag, 23. März, um 19 Uhr in der Landkost-Arena noch gegen die United Volleys Frankfurt antreten.“

„Aufgrund dieser Konstellation kann es auch durchaus gut möglich sein, dass uns ein Punkt aus den letzten beiden Partien eventuell reichen würde, um Bühl noch von Platz acht zu verdrängen. Aber zurzeit gucken wir nicht wirklich auf die Tabelle, denn wir müssen erst einmal unsere eigenen Hausaufgaben machen“, erzählt Krüger, der am vergangenen Mittwoch die Nachholpartie der Bühler gegen die United Volleys Frankfurt live im Internet  verfolgte. „Natürlich habe ich mich gefreut, dass die Bisons mit 1:3 ihr Heimspiel verloren hatten, denn bei einem Sieg gegen die Hessen wären unsere Play-off-Träume wohl so richtig in weite Ferne gerückt.“ Beim Hinspiel am 29. Dezember 2018 zeigten die Brandenburger bei der 1:3-Niederlage (25:21, 19:25, 21:25, 20:25) gegen Friedrichshafen, dass sie durchaus in der Lage sind, über längere Zeit mit dem VfB mitzuhalten. Gerade im ersten Abschnitt agierten die Brandenburger mit den Gästen absolut auf Augenhöhe, sodass Heynen schon nach 30 Minuten sein Team von der Seitenlinie lautstark und mit wild fuchtelnden Armen nach vorne peitschen musste.

„Der VfB benötigt meistens immer einen Satz, um so richtig im Spiel drin zu sein. Deshalb müssen wir vom ersten Ballwechsel hoch konzentriert sein, um eventuell für eine kleine Überraschung zu sorgen. Das gute ist, wir sind krasser Außenseiter und haben nicht wirklich viel zu verlieren. Natürlich wissen wir auch, dass wir kaum eine Chance haben werden. Das muss aber kein Nachteil für uns sein. Vom Kopf her können wir befreit aufspielen und das sollten wir heute Abend auch tun. Wir werden sehen, was am Ende für uns dabei herausspringt“, so der Netzhoppers-Zuspieler.

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