Trainingslager U16 + U18 männlich
Geschrieben von: Peter Fügener Freitag, den 06. Mai 2011 um 07:07 Uhr
Am Dienstag, dem 26.April, machten sich 17 unausgeschlafene, sich noch in Ferienlaune befindende und vermutlich ziemlich eiweißgestählte Netzhoppersspieler auf, um das allosterferienliche Trainingslager in Blossin zu besuchen.
Mehr oder weniger pünktlich trafen wir uns um 9:00 Uhr in der Halle des Jugendbildungszentrums, welche für die nächsten 4 Tage das Trainingsgelände sein sollte.
Nachdem jeder jeden begrüßt, nachträglich frohe Ostern gewünscht und bisherige Ferienerlebnisse ausgetauscht hatte, begann die Besprechung bezüglich des Ablaufplanes und der Organisation. Ein recht harmlos klingender Vorgang, der sich aber nicht nur als Verkündung einer, sondern gleich mehrerer Hiobsbotschaften herausstellte. Platz 3 im Ranking der schrecklichsten Offenbarungen war, dass um 23:00 Uhr Schlafenszeit war. Im Prinzip war das ja nicht so schlimm, es wirkte sich sogar nachweislich positiv auf Platz 2 aus: jeden morgen pünktlich um 7:15 Uhr vor unserer 3-stöckigen, mit Zweitbettzimmern ausgestatteten Unterkunft zu stehen, um (und jetzt kommt Platz 1) Frühsport zu betreiben.
Ungeachtet der offen stehenden Münder und glasigen Blicke fuhren Flo und Nicole damit fort, die Zeiten für Frühstück (7:30 Uhr), Mittagessen (gegen12:00 Uhr) und Abendessen (etwa 18:00 Uhr) anzusagen. Auch wurde in Aussicht gestellt, neben den beiden je knapp 3 Stunden dauernden Vor – und Nachmittagstrainingseinheiten, abends Training zu machen.
Nach der ersten Trainingseinheit erwartete uns dann der nächste Schock: das Wasser der 4 Duschen in unserer Umkleidekabine (natürlich war es die von den Damen) war so kalt, dass man Angst haben musste, auf dem spontan vereisten Boden ausrutschen zu müssen. Direkte Folge dieses Problems war es, dass 70% der Mannschaft jedes Mal nach dem Training in ihr Zimmer sprinteten und dort (warm) duschten.
Trotz der widrigen Duschumstände fanden sich bei jeder Malzeit alle pünktlich ein, um sich an dem sehr abwechslungsreichen und vielfältigen Essen gütlich zu tun.
Nach jedem Mittagessen wurde dann von der Chefin verordnet, bis um 14:00 Uhr Mittagsschlaf zu halten. Eine Entscheidung, die jeden vermutlich davor bewahrt hat, um 17:00 Uhr auseinander zu brechen.
Nach dem äußerst gut tuenden Mittagsschlaf begann etwa um 15:00 Uhr die Nachmittagstrainingseinheit, die 15 Minuten vor Abendessen endete und die allseits gefürchtete 4-Miutenübung beinhaltete. Die gefürchtete 4-Minutenübung, auch „Firas Lieblingsübung“ genannt, war eine diabolische Mischung aus Liegestützen mit zwischenzeitlichem Anziehen der Beine und Springen mit beiden Beinen, abgerundet durch eine 180° Drehung nach zwei Sprüngen, wobei nach jeder Minute zwischen Liegestütz und Springen gewechselt wurde. Jegliche Kondition, die man trotz des Frühsportes, bestehend aus einer Joggingrunde durch den Wald - selbstverständlich auch den Berg hoch und mit Laufen durch Zuckersand, teilweise sogar beides zusammen - und 3 Sprints (auch mit 10% Anstieg), noch hatte, verflog spätestens nach dieser Übung.
Der anschließende Gang zum Abendessen glich einem Trauerzug; mit schlürfenden Füßen und hängenden Armen gelang es noch gerade so, sich zum Essenstisch zu hieven und lebensrettende Nahrung zu sich zu nehmen. Gekrönt wurde die Prozedur noch durch äußerst kulturelle Gespräche am Nachbartisch, die von unseren U12 Mädchen, mit Paul als Trainer, stammten und sich maßgeblich auf „Habt ihr schon das Bild von Robert Pattinson gesehen…?“ und „Der und der hat das und das gesagt als sie das und das gemacht hat.“ beschränkten.
Das anschließende Abendprogramm staffelte sich unterschiedlich. Das Ende von Tag 1 lässt sich wohl am besten mit dem Wort „Gemeinschaftsgammeln“ beschreiben. Wir saßen in unserem Gemeinschaftsraum, führten Smalltalk, unterhielten uns mit einer Dame namens Alea, die trotz ihres zarten Alters erstaunlich viele Verehrer hatte, und spielten „Es wird Nacht in Düsterwald“. Nach diesem ziemlich spannenden Spiel („Es wird Nacht im Düsterwald. Alle machen die Augen zu. Alle machen die Augen zu. ALLE machen die Augen zu. Ich sagte, ALLE MACHEN DIE AUGEN ZU. Mann, Nicole, die machen nicht die Augen zu…“) fielen die meisten wie ein nasser Sack ins Bett und warteten voller Sehnsucht auf den Wecker, der die Idylle zwischen Spieler und Schlaf zerstören würde.
Abend 2 diente der U16 als Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft, da sich die U18 bereit erklärt hatte, ein Testspiel gegen die jüngeren Teammitglieder zu spielen. Auch dieses emotionale Highlight trug dazu bei, die meisten Spieler schnell in den Schlaf zu befördern.
Der letzte Abend und die vorletzte Trainingseinheit waren einer bisher unbekannten Trainingsart gewidmet: Theorie mit den Leuten vom Projekt „NetzWerk“. Es ging darum, den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu verbessern, um damit auf verschiedenste Ereignisse psychisch angemessen reagieren zu können. Wir lernten etwas über Kommunikationsmodelle, Todsünden auf dem Feld, die beste Vorbereitung auf einen wichtigen Spieltag, wie wichtig gegenseitige Motivation ist und viele Sachen mehr. Neben Atemübungen und Muskelentspannungsübungen spielten wir auch Spiele, die man nur mit Zusammenhalt und Teamfähigkeit gewinnen konnte. Beide Teams lieferten sich in Deckenvolley (1 Feld, 1 Ball, 2 Decken, 8 Personen in 2 Teams, Personen halten je einen Zipfel der Decke und müssen versuchen, den Ball mit der Decke aufzufangen und in das gegnerische Feld zu schleudern) und der Stuhlraupe (pro Team 8 Personen und 7 Stühle, keine Spieler darf den Boden berühren, Ziel ist es, möglichst vor den anderen von einer Ecke der Halle in die gegenüberliegende Ecke zu kommen) ehrgeizige Duelle und bewiesen Teamgeist („U18 kanns, U16 nicht“) und Vertrauen.
Nach dem Abschlusstraining und 50 Liegestützen (wegen groben Unfugs) wurde die U18 in ihr Zuhause entlassen, die U16 fuhr nach Sachsen, um sich abermals in einem Testspiel auf die DM vorzubereiten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Trainingslager war, trotzdem man sich ziemlich verausgaben musste, es auf jeden Fall wert, dass man dran teilgenommen hatte:
Volleyballtechnik, Kondition, physische und psychische Spielvorbereitung, gegenseitiges Kennerlernen und Vertrauen können sowie gewinnbringende Trainergespräche waren das Ergebnis einer ereignisreichen Woche.
und hier findet Ihr noch ein paar Bilder:
































































Kommentare
alles gute wünscht netzwerk wolter
diese Frage war an den Autor gerichtet
Muss doch checken, ob was hängen geblieben ist
@Kati: Todsünden aufm Feld: das haben wir doch Freitag beim Mittag schon kurz besprochen, Kommunikationst heorie und Mentaltraining! Brauchste noch ein Modul? Was gibts zu essen???
Augen hatte das nichts mehr ging. Heißt ich habe mich königlich amüsiert.
Hoffentlich war das keine Eintagsfliege. Wir freuen uns schon jetzt auf die neue Saison in der Landesklasse, auf weitere Berichte
Vielleicht können wir ja alle noch was lernen?!
wusste gar nich, dass du so ein Wortkünstler bist, Peter
saugeiler Bericht
P.S.: Mir schwirren jetzt so viele Bilder im Kopf rum. Kann mir das richtig gut vorstellen, wie ihr in euern Betten eingeschlafen sein müsst
Aber trotzdem Hut ab Peter das du unsere Lage so genau beschreiben konntest und deinen typischen Stil mit reingebracht hast(ohne den wäre es auch nur halb so lustig
Aber zum Glück wissen wir ja jetzt wer unsere Berichte von der Landesklasse in der nächsten Saison schreibt
ein toller bericht!!!
hoffe es hat sich gelohnt...viel erfolg bei den deutschen meisterschaften !!
Hab mich jedenfalls beim Lesen köstlich amüsiert!
Lieber Peter!
Vielen Dank für diesen tollen Bericht!