Muskelkater gefällig??
Geschrieben von: Peter Fügener Samstag, den 13. August 2011 um 19:00 Uhr
Montag, 8.August 2011, Jugendbildungszentrum Blossin. Unter Berücksichtigung des Akademischen Viertels pünktlich trafen 15 Netzhoppersspieler (später kamen noch 2 weitere dazu) verschiedener Altersklassen und Trainer Flo um 10 Uhr am Parkplatz des Geländes ein, um sich den Strapazen des Trainingslagers zu stellen.
Beim nahezu idyllischen Briefing am Ufer des Blossiner Sees wurde den Spielern der planmäßige Tagesablauf übermittelt. Demnach gab es um 8:00 Uhr Frühstück, 9:00 Uhr startete die erste 2-stündige Trainingseinheit, gefolgt vom Mittag um 12:00 Uhr. Trainingsblock Nummer 2 fand von 13:00 Uhr bis 15:00 statt. Einige Spieler machten sich mit Flo noch um 16:00 Uhr auf, um beim 3-stündigen Regionalligatraining mitzumachen. Die restlichen Spieler, die nicht mit nach KW fuhren, hatten ab 15:00 Freizeit, oder besser gesagt Ausruhzeit, um die geschundenen Körper zu rehabilitieren. Betreuer in dieser Zeit war Maik, ein Praktikant, der neben Flo der 2.Trainer war.
Entgegen aller Befürchtungen gab es diesmal keinen qualvollen Frühsport, eine Aussage, die erst mit ungläubiger Erleichterung, dann mit Jubel und Freude begrüßt wurde.
Die Unterbringung in dem fast vollständig ausgelasteten Areal gestaltete sich anders als beim letzten Mal. Gab es vor einigen Monaten noch für alle Platz im Seminarhotel, so wohnten diesmal Großteile des Netzhopperpulkes in einer Holzhütte. Besagte Unterkunft bestand aus 8 Betten in 4 Zimmern, einem Bad, einem Zwergenklo, welches die Maße einer Legebatterie hatte und auf dem man sich bei jedem größeren Geschäft die Ohren mit den Knien zuhalten konnte, viel Holz und hatte keine Türen zwischen den Schlafzimmern. Letzteres erwies sich aufgrund von pubertären und anderen Geräuschkulissen als schlafhemmend, aber vertrauensbildend. Strom kann nur aus 3 Steckdosen, weshalb sich davor zeitweise Warteschlangen bildeten.
Nachtruhe war um 23:00 Uhr, trotzdem fand man manche Nacht nur so viel Stunden Schlaf, wie man an einer Hand abzählen konnte. Gründe dafür waren ungesunde Eigeninitiative sowie Betten, dessen spitze Sprungfedern sich durch die Matratze schmerzhaft in die (auch verlängerten) Rücken derer bohrten, die sich während des Schlafes bewegten.
Trotz der im Vergleich zu anderen Trainingslagern ziemlich knappen Trainingszeit von insgesamt 4 regulären Stunden kam man die meiste Zeit über ziemlich ins Schwitzen. Neben der gefürchteten 4-Minutenübung musste man als Spieler noch mit allerhand gemeinen Erwärmungsübungen kämpfen, die für unbeschreiblichen Muskelkater an der Oberschenkelinnenseite, zwischen den Schultern, am Bauch und an fast allen anderen Körperstellen sorgten, von dessen Existenz man noch nicht einmal wusste. Teilweise wurden sogar Treppensteigen und Hinsetzen zur Tortur. Dazu kam noch, dass die U18/U20 Trainingsgruppe aufgrund eines unaufgeräumten Zimmers für eine dreiviertel Trainingseinheit Ballverbot bekam und stattdessen Bekanntschaft mit einem zermürbenden Kraftkreis machen musste, der sein wahres diabolisches Potential erst am nächsten Morgen in den Muskeln der unglückseligen Spieler entfaltete.
Doch es gab auch diverse Spiele, die im Vergleich zu den Kräftigungsübungen einer seichten Entspannungeinheit glichen, wie Fanga (2 gegen 2, ohne Springen, mit 2 Ballberührungen) oder gemischtes 6 gegen 6. Erstmals fand sogar Ringen statt, erst untereinander, dann Trainer gegen Spieler, bzw. Spieler gegen Trainer (Endstand 3:1, bitte Flo fragen, wer gewonnen hat).
Wie gewohnt war das Essen sehr gut. Highlight im Essenssaal war diesmal eine Melone gigantischen Ausmaßes, die, wie sich später herausstellte, die „Größte Wassermelone Berlins und Brandenburgs“ war. Sie hatte Kerne so groß wie Fingerkuppen und eine Hülle, die bestimmt 10 cm dick war. Wir haben sie trotzdem gegessen.
Dienstag gegen Nachmittag war eine Theorieeinheit mit dem Projekt NetzWerk angesetzt. Nach einem Begrüßungskuchen unterhielten wir uns über Volleyball allgemein, den Verein und seine Geschichte sowie dessen Leitsätze, unsere persönliche Motivation und Ziele (gegenseitiges Interview), trugen Beispiele zu Fairplay zusammen und unterschrieben diese, fertigten aus 40 teilweise befremd
lichen Einzelteilen (wie z.B. toten Fliegen oder angelutschten Bonbons – letztes herzustellen war übrigens ein hart umkämpfter Job) in 3 Gruppen je eine Collage zum Thema Volleyball an, klärten den Aufgabenkreis des Jugendwartes und was es uns bedeutet, gerade bei den Netzhoppers zu spielen.
Nach einem Abschlusskuchen und allerhand Stoff zum Nachdenken gingen wir wieder auf unsere Zimmer.
Der letzte Tag bestand aus hastigem Packern der Sachen, einem spannenden 6 gegen 6 und Einzelgesprächen mit Flo, bei denen jeder individuell seine Trainingszeiten, Trainingsgruppen, Stärken und Schwächen mit Flo besprechen konnte.
Spätestens um 13:30 befanden sich alle auf dem Weg nach Hause.
Insgesamt kann man wieder von einem erfolgreichen Trainingslager sprechen, es war gleichermaßen anspruchsvoll wie unterhaltsam.
Die Saison kann beginnen.
die Fotos dazu findet Ihr hier:
































































Kommentare
Langsam versteh ich warum du Deutsch-Leistungskurs gewählt hast, war auf jeden Fall kein Fehler.
Aber zurück zum Bericht... Super geschrieben was man von so einer phlegmatischen Person nicht immer erwarten kann
Trotzdem wirst du in der Landesklasse hoffentlich den Schreibstil beibehalten.
Bitte in diesem Stil