NetzGeWerkelte Küken – Trainingslager der U12m
Geschrieben von: Netzwerk Freitag, den 14. Oktober 2011 um 09:16 Uhr
Für einige Jungen war es das erste Mal, für alle dagegen ein Abenteuer – das diesjährige Trainingslager. Abgesehen von den volleyballtechnischen Trainingseinheiten legte Flo auch bei den Benjamini großen Wert auf teambildende Maßnahmen und gab seinen „Recken“ z.B. schriftliche Hausaufgaben auf. Am Mittwoch, zur Halbzeit, fanden sich die Hüpferlinge dann auch einigermaßen pünktlich in ihrer Hallenecke zum theoretischen Teil des Trainingslagers ein.
Niemand wusste so recht, was das zu bedeuten hatte, aber in die erwartungsvolle Atmosphäre hinein stellte Flo uns NetzWerker und unsere gemeinsamen Ziele vor und wir den Jungen den Ablauf des Tages. Dann ging es sofort in die Vollen: ein grundlegendes Anliegen war es, den Kindern mittels Interaktionsspielen ihre verbindenden Gemeinsamkeiten vor Augen zu führen, und zwar so, dass sie sich intensiv austauschen mussten. Da wurde sich z.B. nach Schuhgrößen und Haarfarben sortiert, nach Lieblingsessen und Alter. Anschließend interviewten sich die Jungen gegenseitig und stellten einander vor. Als sich alle „kannten“, musste die gesamte Truppe samt Trainer als eine Menschenkette über und unter eine als „elektrischen Zaun“ bezeichnete hoch oder sehr tief gespannte Strippe, niemand durfte losgelassen oder vergessen werden. In der ersten Runde war reden erlaubt, in der zweiten nicht. Hochrote Köpfe diskutierten anschließend, welche Hindernisse denn im Training oder im Wettkampf auftreten könnten und wie diese gemeinsam zu meistern wären. Wir waren erstaunt über die Ernsthaftigkeit der Antworten und führten dieses Modul gleich nach dem Mittagessen weiter. Anschließend widmeten wir uns dem Thema Kommunikation, erklärten, was die folgenden Spiele bezwecken sollten, und die ganze Bande stürmte erwartungsfroh auf das Spielfeld. Geteilt in zwei Gruppen mussten die Kinder sich im Deckenwenden beweisen: zu sechst auf einer Decke zu stehen, nicht den Boden berühren zu dürfen und es trotzdem zu schaffen, diese Decke zu wenden, war eine große Herausforderung, die schließlich bravourös gemeistert wurde. Trainer Flo erhielt durch Beobachtung des Geschehens eine Bestätigung seiner Annahmen über die Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft. Auch den Kindern wurde dies bei der Auswertung des Spieles deutlich. Beim anschließenden Deckenvolley kam es ebenfalls auf Teamarbeit an, die Jungen mussten zu zweit, zu viert oder zu sechst mittels eines Tuches oder einer Decke den Volleyball über das Netz bugsieren, einen Punkt holen bzw. gegnerische Punkte vermeiden. Es wurde sehr laut in unserem Teil der Halle, und alle hatten mächtig Spaß beim Spielen und Anfeuern. Kommunikation war auch das Schlüsselthema des Spieles „Extremes Minenfeld“, bei dem ein Spieler mit verbundenen Augen durch Rufe seines Teams an sämtlichen Minen (Tennisbällen) vorbeigelotst werden musste. Wie sehr ein kommunikatives Durcheinander stressen kann, wurde den 4 „Opfern“
(die heil auf die andere Seite kamen) dann doch schnell deutlich. Bei der folgenden „Sitzraupe“ ging es darum, mit dem Po auf den Knien des Hintermannes zum Sitzen zu kommen, wobei die gesamte Kinderschar auf dem Boden herumpurzelte, ehe das schließlich durch eigene Regiearbeit halbwegs klappte. Dann übten die halbgroßen Netzhoppers das gegenseitige Motivieren mit Worten und Gesten, was auch wieder recht laut und lustig wurde.
Die Kids mussten schließlich noch ein volles Glas Wasser mittels Mannschaftsleistung aus einem „Säuresee“ fischen, auf wenigen „Eisschollen“-Hockern die Sporthalle trockenen Fußes durchqueren und mit einer abenteuerlichen Apparatur aus Metall und Strippen einen Turm aus Holzklötzchen bauen. Hier war es wichtig, auf die Anweisungen des Trainers zu hören und eigene Befindlichkeiten zurückstellen zu lernen, auch, wenn der Turm kippelte, Klötzchen herunterfielen und sich Frust im Bauch breitmachte. Als der Turm stand und sich alle ausgepowert hatten, war es Zeit für einen neuen Theorieblock. In zwei Gruppen machten sich die Jungs Gedanken darüber, was sportlich fair und was unfair ist. Ganz souverän stellten jeweils Groß und Klein ihre Ergebnisse der Mannschaft vor und gemeinsam legten wir schließlich Regeln des fairen Umgangs miteinander fest, die aufgeschrieben und dann recht feierlich von allen Anwesenden unterschrieben wurden. Beim Modul „Rituale“ schwächelten die „Recken“ etwas, brachten jedoch mit Hilfe der Erwachsenen einen brauchbaren Mannschaftsspruch zustande. Dann folgte das „Feedback“, was als Methode für die meisten Neuland war. Aber alle trauten sich. Jeder durfte solange, wie ein Streichholz brannte, darüber reden, was ihm gut gefallen hatte und was er sich für das nächste Mal wünschen würde, und wir NetzWerker, als auch Flo als Trainer staunten nicht schlecht, wie reflektiert und entschieden die Jüngsten unserer Kängurus das darstellen konnten. Große Freude und auch Befriedigung löste bei uns Erwachsenen aus, dass wir mittels Spiel und Spaß grundlegende Er-Kenntnisse vermitteln konnten und die Kinder den Tag sichtbar genossen hatten.
Als Letztes folgte das gemeinsame Auspacken eines „Futter-Korbes“ unter dem besonderen Kriterium „Sportlernahrung“, was tatsächlich zu neuen Erkenntnissen führte, aber auch zu bedauernden Blicken in Richtung Chipstüte, Eistee, Toastbrot, Gummibärchen und anderen Verlockungen, die von Flo rigoros in eine Ecke verbannt wurden.
Die letzte teambildende Maßnahme fand in Form der gemeinsamen Vernichtung eines Bleches Kuchen statt – dann übernahm Florian wieder vollumfänglich das Zepter über seinen aufgedrehten Pulk.
Liebe Jungs: Es war ein wunderbarer Tag mit euch, für euch, für uns und den Verein.
Wir sind sehr stolz auf euch und freuen uns auf das nächste Trainingslager!
hier findet Ihr noch ein paar Bilder:
































































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