7 Spieler und ein Halleluja
Geschrieben von: Silke und Peter Fügener Sonntag, den 18. Dezember 2011 um 19:55 Uhr
Kurz nach 10 schälten sich unsere 7 Spieler in Storkow aus den überheizten Autos ihrer „Eltern“ Peter und Silke, nur um festzustellen, dass das Tor zur recht antiquiert wirkenden Halle der Europaschule noch fest verschlossen war. Storkows Danny blickte uns entschuldigend an, säuselte ins Handy, den Schlüssel jetzt abholen zu kommen und verschwand. Wir verzogen uns flugs wieder ins Warme der Autos, deren Scheiben während unseres Frühstückes allmählich beschlugen. Jemand linste ab und an durch ein Guckloch hinaus und peu a peu flogen die Gastgeber ein, zuletzt Danny mit dem Schlüssel.
Im Gänsemarsch marschierten wir Richtung Eingang und entdecken prompt in der Karawane der Storkower zwei große Plastikkisten verdächtigen Inhaltes. Sport frei! Wir rümpften die Nasen, nicht des Bieres wegen, sondern aufgrund der Sorte. In der Halle herrschte Aeolus, Gott der Winde – es war kalt und zog jämmerlich durch sämtliche Ritzen. Auf dem greisen Parkett fanden sich zugeklebte Löcher, aber im Takte der lauten „Stimmungsmusik“, die die Gastgeber aufgelegt hatten, machten wir uns warm. Dies erwies sich bei den kühlen Umgebungstemperaturen in Aeolus` Reich als langwierige Herausforderung.
Das erste Spiel sprach nicht für unsere gute Ausbildung im Landesleistungsstützpunkt. Wir schliefen mit dem Schieri um die Wette. Zahllose Deckenberührungen („Plong.“ – „Sch---e!“) und lauwarme Betriebstemperaturen bei unseren Spielern sorgten für ein unrühmliches Ende des ersten Satzes (11:25) in dem Annahme und Angriff zu Fremdwörtern wurden. Im zweiten Satz drehten wir den Spieß jedoch überraschenderweise um und nahmen den verblüfften Storkowern nach einem ständigen Hin und Her einen Satz ab (25:23). Die zukünftigen Bierkonsumenten konnten dies nicht auf sich sitzen lassen und fuhren dann konzentriert in Satz 3 (18:25) und 4 (19:25) jeweils einen sicheren Sieg ein. Motivierend trugen dazu vermutlich auch ihr Schlachtruf „Whisky pur!“ sowie die „Toffifee“-Pauke des eingetroffenen Fanclubs bei.
Mittlerweile hatte sich der Rest der Wildauer Spieler durch den Autobahnstau in den Austragungsort des heutigen Spieltages gekämpft und war pünktlich zum Aufwärmen und Einschlagen zur Stelle. Bevor wir das Schiedsgericht stellten, unternahmen die meisten der Spieler noch einen Ausflug in die Vergangenheit, nämlich aufs Klo. Die charmanten dunkelroten Bodenfliesen waren mit Betonguss ausgebessert, der Ölsockel der Wände glänzte in sozialistischem Einheitsgrau, das nostalgische Klopapier war einlagig hart und die Hochspülkästen rumorten bei Betätigung der Ketten, an deren Enden sich abgebrochene Griffe befanden.
Nach dem Match Storkow gegen Wildau mussten wir gegen die durchgewärmten Wildauer antreten. Weil Maxim sich verletzt hatte, wurde die Mannschaft ein wenig umgestellt und wir verloren haushoch (10:25). Aufgrund dieses Ergebnisses beschloss Maxim, wieder gesund zu sein, und mit unserer gewohnten Aufstellung gewannen wir deutlich an Sicherheit und Punkten. Vielleicht war dies auch der verzögerten Wirkung der Eiweiß-Riegel zu verdanken, mit denen Peter uns vor dem Spiel „gedopt“ hatte. Von der gewohnten Zweitspielmüdigkeit war nämlich nichts zu sehen: Aufschläge gelangen, Blockaktionen klappten wunderbar, Angriffe wurden gut aufgebaut, Zuspiele kamen zielgerichtet an und auch der Spielwitz kam nicht zu kurz. Wir spielten uns in eine Art Rausch und schlugen die Wildauer 25:15. Leider mussten wir dann wieder auf die Verliererseite wechseln. Symbolisch ging am Anfang des Satzes das Licht plötzlich aus. „Zappen-duuuster!“. Wildau brachte 7 Aufschläge in Folge durch und wir konnten uns lediglich mit 15 Punkten annähern. Im 4. Satz ließen wir - nun wieder auf der Gewinnerseite - die Wildauer hinter uns, die sichtlich angefressen reagierten. Zusätzlich gab es Irritationen mit dem Storkower Schiedsrichter zu unseren Gunsten. Wildau verlor 25:19. Trotz des Entscheidungssatzes war von Aufregung keine Spur, wir spielten auf Augenhöhe, mussten uns jedoch schließlich der Decke und dann den Wildauern mit 11:15 geschlagen geben.
Fazit: Halleluja! Wir waren ein gut gelauntes, spielfreudiges und recht erfolgreiches Team – trotz unserer letztendlichen Niederlagen. Auch sonst eher zurückhaltende Spieler übernahmen Verantwortung und ließen es krachen, hervorzuheben ist hier die durchweg gute spielerische Leistung von Marko (neue Hose, neue Frisur, neue Durchschlagkraft!). Wenn uns der Weihnachtsmann nun noch ein bisschen Abgeklärtheit, mentale Standhaftigkeit und den einen oder anderen Eiweiß-Riegel unter den Baum legt, dann, ja dann: Halleluja!
NHK IV spielten mit: Neitzel, Lehmann, Tornow, Dorn, Grote, Fügener, Grützmacher. Betreuer: Peter Lehmann
hier noch ein paar Bilder zum Spieltag:
































































Kommentare
Komischerweise tut jetzt eine ganz ander Stelle meines Beines weh.... Sachen gibts
Ich wünsche allen ruhige und besinnliche Weihnachten sowie einen guten Rutsch in ein gesundes und (sportlich) erfolgreiches neues Jahr.