Ode an die Freude
Geschrieben von: Paul Hofmann Samstag, den 18. Februar 2012 um 20:26 Uhr
Februar 2012: Die NETZHOPPERS KW-Bestensee landen im Raumschiff in Bestensee. Im Gepäck: Volleyball aus der Zukunft. Mit 3:2 (21; 22; 15:25; 15:25; 16) recycelten die Hausherren den Vizemeister und bewiesen, dass der Ausgang der ersten Playoff-Runde noch lange nicht gewiss ist.
Vor der unter dem Dezibelsturm der knapp 900 Zuschauer schier eruptierenden „Brandenburger Hölle“ legten favorisierte Berliner einen atypischen Beginn hin: Erst beging Trainer Lebedew einen Fehler in der Startaufstellung, der sich beim 1:2 sogleich im ersten Wechselfehler rächte. NETZHOPPERS-Regisseur Jankowski zog aus einer solide agierenden Annahme heraus mehr Strippen als ein Telekom-Techniker und so war es Sebastian Krause mit seinem 41. Servicewinner dieser Spielzeit vorbehalten, die Hauptstädter in die erste Auszeit zu schicken (13:9).
Vor allem die Ex-Berliner Krause und Fuchs zerteilten die Hintermannschaft ihrer alten Kollegen kontinuierlich in mundgerechte Häppchen, bevor Paul Sprung per Block zum 19:15 und 21:17 jeweils entscheidende Zähler markierte und den Weg zum verdienten Satzgewinn (25:21) ebnete.
Was anfangs noch nach Betriebsunfall ausgesehen hatte, manifestierte sich spätestens beim 11:15 im zweiten Durchgang als ernstzunehmendes Leistungstal der Hauptstädter, das Coach Lebedew mit der Einwechslung Björn Höhnes zu beheben gedachte. Mit dieser Maßnahme war das Blockgebirge Sprung alles andere als einverstanden und schoss dem frisch von der Bank gekommenen Jungrecycler einen Strahl von Flatteraufschlag auf den Brustkorb. Lediglich Diagonalangreifer Aleksandar Spirovski, halb Mensch halb Frisur, hielt die Berliner in dieser Phase noch im Rennen.
Sebastian Fuchs war es zu danken, dass das Geschehen nicht zu einer Reminiszenz ans Hinspiel geriet. Bedingt durch erhöhten Aufschlagdruck seitens der Gäste krankte es in der Annahme, sodass die Berliner beim 20:20 egalisieren konnten. Dann Scheinwerfer an, Auftritt Fuchs. Seine Aufschlagserie konnte nur das Satzende stoppen, das die Brandenburger wiederum mit 25:22 für sich entschieden.
Eine gewisse Verteilung des Leids schien dem Volleyballgott an diesem Abend wichtig. So musste beim 4:7 Außenangreifer Krause verletzungsbedingt das Parkett für Routinier Kinder verlassen. Den kurzen Schockmoment minderten Jankowski mit einer Aufschlagserie und die Rückkehr Krauses beim 8:11. Dass sich die BR Volleys nicht in drei Sätzen abspeisen lassen würden, war wohl auch dem Otto Normalzuschauer vorher bewusst gewesen. Die Rehabilitierung der Hauptstädter in Satz Nummer 3 fiel allerdings eindrucksvoll aus. Souverän wie Mike Tyson Anfang der Neunziger spielten sie ihren Stiefel runter und kamen nach Serie von MVP Kawika Shoji ungefährdet zum Satzanschluss (15:25).
In Satz 4 hielt das „Modell Rottenburg“ gezwungenermaßen Einzug in der Landkost-Arena. Fuchs rotierte in die Annahme, Sprung auf die Diagonal- und Heinecke auf dessen Mittelposition. Sehr zum Wohlgemut Culics blieben seine NETZHOPPERS weiterhin mutig und gingen zur ersten technischen Auszeit erstmals in Front, eh die BR Volleys um den starken Finnen Sivula peu a peu die Schlinge zu zogen. Olympiasieger Touzinsky zum 17:12, Galandi im Block (21:13) sowie Zuspieler Shoji bereiteten dem vierten Durchgang ein recht humorloses Ende.
Tiebreak also im Derby - dessen Ausgang ungeachtet ein Riesenerfolg für das Heimteam. Dementsprechend explosiv begann der Fünfte: Felix Fischer und Sebastian Fuchs hätte man in der Anfangsphase getrost das Bestenseer Parkett in Rechnung stellen können. Die erste erwähnenswerte Führung ging dann auf die Kappe von Kevin Foyer. Erst erfolgreich in der Abwehr bediente ihn Jankowski mustergültig im Hinterfeld – 6:4 für die NETZHOPPERS. Beim 10:9 schien dann die letzte verbliebene Gefahr Urpo Sivula ins Hinterfeld verbannt zur Wirkungslosigkeit verdammt. Doch der Finne führte derlei Visionen ad absurdum und blieb der Grund für einen Satz auf Augenhöhe (13:13). MVP-Goldmedaillengewinner Foyer erschmetterte den Satzball, den Fischer anschließend ins Aus bugsierte (18:16) und damit den ersten Sieg der Brandenburger im Derby überhaupt besiegelte.
„,Die BR Volleys stehen damit jetzt einfach richtig unter Druck“, gab ein lächelnder, aber von der maladen Patellasehne gezeichneter Sebastian Krause nach der Siegesdiver zu bedenken. „Mit welcher Überzeugung die Mannschaft nach meinem Ausfall hier aufspielt, ist einfach überragend. Da fehlen einem die Worte!“ Ein O-Ton, der eine grandiose Kostprobe dessen, was die anstehende erste Playoff-Runde für Volleyballbegeisterte bereithält, mehr als passend beschreibt.
Paul Hofmann
Kommunikation NETZHOPPERS
Impressionen des ersten Derbysiegs in unserer Galerie und auf den Seiten von Dagmar Jaschen und Wolfgang Purann. Hier der Beitrag im rbb SPORT PLATZ.

































































Kommentare
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ohne Worte, dat Janze. Sprachlosigkeit , Gänsehaut noch im Nachhinein, leuchtende Augen nach dem Spiel, Festhalten an dem Geschehenen, langandauernder Blick auf die Anzeigetafel, Kopfschütteln, Schulterklopfen , Jubelschreie, bitte nicht Aufwachen aus dem Traum, Anerkennung allen Spielern, Fans, Zuschauern, Serviceteam, Konditrainer und für Mirko sowieso; es wurde Volleyballgesch ichte geschrieben!
@P. Jankowski: du warst Klasse!
@Netzino: du warst unglaublich!
ich bin so stolz auf die Jungs und alle drum herum natürlich auch:-) WUhhhhhuuuuuuu!
was für ein Abend, was für ein Spiel und was für ein Ausgang!
Bin begeistert von dieser Mannschaftsleis tung!
@ Basti: komm schnell wieder auf die Beine
@ Philipp: Du hast heute eine überragende Leistung gezeigt
@ alle anderen: JEDER hätte heute den MVP verdient - Kevin in jedem Fall !!!
Das schlimmste war heute nur die vielen Aussetzer vom Liveticker.
Feiert schön.
Viele Grüße vom Bodensee