Generalprobe
Geschrieben von: Paul Hofmann Dienstag, den 14. Februar 2012 um 12:04 Uhr
Auch der oft gescholtene Spielplan bürgt gelegentlich für Romantik. Denn gäbe es einen passenderen Abschluss der berückenden NETZHOPPERS-Normalrunde als das Derby (Samstag, 19 Uhr) in eigener Halle?
„Culics Rasselbande“ betonierte gegen Gotha ihren sechsten Platz, die Berlin Recycling Volleys wären nur noch in einem umfassenden Konjunktivszenario von Rang 3 zu vertreiben. Selten war ein Spiel ligaarithmetisch bedeutungsloser, doch das Berlin-Brandenburg-Derby ist weit davon entfernt, zu einer lockeren Runde „Ball über die Schnur“ zu werden. Schließlich treffen beide Teams höchstwahrscheinlich im Playoff-Viertelfinale (erstes Spiel am 10. März in Berlin) mindestens zwei Mal aufeinander.
„Wir erwarten uns einige Erkenntnisse für die anschließenden Playoff-Spiele, da Berlin mit seiner ersten Sieben antreten wird“, zeigt sich Heimtrainer Culic erwartungsfroh. Die Bildung einer wirklichen Stammformation erwies sich als echte Herausforderung für Culics Pendant auf Seiten der Hauptstädter, Marc Lebedew. Die Integration der Neuzugänge verlief schleppend und forderte mit dem Argentinier Pablo Bengolea ein Opfer, immer wieder durchkreuzten Verletzungen Lebedews Pläne und der Vizemeister sah nur die Rücklichter seiner enormen Ambitionen.
Als Ersatz für Bengolea holte die sportliche Leitung mit dem Amerikaner Scott Touzinsky einen alten Bekannten an die Spree. „Er kennt das Umfeld und benötigte demzufolge keine Eingewöhnungszeit. Das ist ein perfekter Transfer, da Touzinsky auch seine Mitspieler auf ein neues Niveau hebt“, lobt Mirko Culic das gute Händchen der Macher um Manager Kaweh Niroomand. Der Olympiasieger von 2008 gibt den BR Volleys den letzten Schliff, die endgültige Balance, denn die Tiefe des Berliner Kaders ist ohnehin meisterlich wie Culic bestätigt: „Berlin hat viele Spieler auf hohem Niveau. Das könnte sich als großer Vorteil erweisen, wenn es gegen Haching oder Friedrichshafen in die entscheidenden Partien geht.“
Mit Kawika Shoji kristallisierte sich erstmals seit Jahren ein adäquater Ersatz zu Routinier Jaroslav Skach heraus, die häufigen verletzungsbedingten Ausfälle von Diagonal-Ikone Paul Carroll gleicht jemand wie Urgestein Aleksandar Spirovski beinahe spielend aus, die Mittelblockerriege um Felix Fischer und Ricardo Galandi wurde mit Tomas Kmet hochkarätig ergänzt und im Außenangriff lauert hinter Touzinsky und dem Finnen Urpo Sivula der überraschend starke Björn Höhne.
Im Hinspiel schnupperten die NETZHOPPERS zwei Sätze am Satzgewinn, eigene Konzentrationsmängel in Kombination mit der individuellen Klasse und Erfahrung der Hauptstädter standen dem jedoch im Wege. Die Playoff-Generalprobe betreffend sieht Culic seine Mannschaft gereift: „Solche Spiele sind für junge Mannschaften die wichtigsten. Berlin ist zweifelsfrei der Favorit, doch in der Landkost-Arena spielt keiner gern gegen uns. Ein Satzgewinn würde mich nicht überraschen.“
Paul Hofmann
Kommunikation NETZHOPPERS

































































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