Stars stehen an der Seitenlinie
Geschrieben von: Klaus Nüsser Mittwoch, den 04. Januar 2012 um 16:22 Uhr
Wenn sich wie am Sonnabend (7. Januar/19 Uhr) NETZHOPPERS und der VfB Friedrichshafen in der Bestenseer Landkost-Arena gegenüber stehen, können die Voraussetzungen zwischen zwei Mannschaften kaum unterschiedlicher sein. Die Gäste haben als Saisonziel die Deutsche Meisterschaft, den Pokalsieg sowie ein gutes Abschneiden in der Champions League. “Dabei ist die Meisterschaft wie immer am wichtigsten”, sagt Trainer Stelian Moculescu. “Sie bringt die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison.”
Notwendig dafür ist eine solide wirtschaftliche Basis. “Wir haben eine gesunde Position durch den Rückhalt bei den beiden Hauptsponsoren sowie bei nahezu 100 Partnern und Förderern”, erklärt Geschäftsführer Jürgen Hauke. Trotzdem wurden in dieser Saison nicht einige wenige, teure Stars verpflichtet, sondern junge, talentierte Aktive. Hier besteht eine Gemeinsamkeit mit den NETZHOPPERS, wenn auch nur eine klitzekleine. Stehen im Team der Gastgeber deutsche Nachwuchsspieler und lediglich ein Ausländer, hat der zwölffache Meister und zehnfache Pokalsieger Schmetterasse aus sieben Nationen wie den Kanadier Thomas Jarmoc oder den US-Amerikaner Cory Riecks, die wie drei weitere Spieler neu beim VfB im Aufgebot sind.
So gehören die Vergleiche mit den Friedrichshafenern zu den psychologisch leichteren Auseinandersetzungen. Niemand rechnet mit einem NETZHOPPERS Sieg. “Der VfB ist klarer Favorit”, so der einheimische Trainer Mirko Culic. “Wir wollen besser spielen als zuletzt beim Tabellenführer Haching. Vielleicht gelingt uns ein Satzgewinn. Bei uns sind alle an Deck und wir wollen den treuen Fans eine gute Leistung zeigen.”
Es gibt noch drei Gemeinsamkeiten - allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Beide Teams haben eine begeisterungsfähige Fangemeinde und sind das sportliche Aushängeschild der Region. Dabei sorgt die Truppe vom Bodensee auch für internationales Ansehen und Werbung, denn sie gewann 2007 als bisher einzige deutsche Mannschaft die Champions League. Großen Anteil daran hat Trainer Stelian Moculescu, der 2007 als Europas Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde. Er ist seit 1997 in Friedrichshafen tätig, begann 1977 als Spielertrainer beim TSV 1860 München und arbeitete zugleich von 1999 bis zu den Olympischen Spielen 2008 als deutscher Auswahltrainer.
Wie Moculescu ist der Verantwortliche der NETZHOPPERS ein großartiger Volleyball-Trainer. Mirko Culic war wie sein VfB-Kollege als Aktiver ein begnadeter Zuspieler. Als Trainer ist seine Erfolgsbilanz noch nicht so umfangreich. Das liegt aber daran, dass die Voraussetzungen ungünstiger sind, weil seine Mannschaften nicht das Niveau des Teams vom Bodensee haben. Was er aber aus den Möglichkeiten macht, bringt ihm höchste Anerkennung ein. Er besitzt entscheidenden Anteil daran, dass die NETZHOPPERS jetzt seit sechs Jahren in der ersten Bundesliga sind und derzeit auf dem vierten Tabellenrang stehen. Und der soll verteidigt werden. “Gegen den VfB wollen wir Schwung holen für die folgenden Begegnungen, wo wir auf Augenhöhe sind. Die folgenden Heimpartien gegen Düren, Bottrop und den VC Gotha sollen gewonnen werden”, gibt Mirko Culic als Ziel aus. Wenn mehr passiert, hat er aber auch nichts dagegen.

































































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Anmerkung Cory Riecks hat bereits Mitte November 2011 nach Bühl gewechselt und dort sein 1. Spiel am 20. November 2011 absolviert.