Wenn das nichts war, was ist dann was?
Geschrieben von: Paul Hofmann Samstag, den 15. Oktober 2011 um 18:51 Uhr
Durch unbedingten Willen schlugen die NETZHOPPERS KW-Bestensee ihren Gast aus Bühl mit einem elektrisierenden 3:0 (27; 20; 27) und boten der Landkost-Arena ein Bundesligaspiel wie Airhockey auf Metylan.
Allein vom Tempo der Anfangsminuten sollten die 580 Zuschauer in der „Brandenburger Hölle“ einen Jetlag erleiden. So dachte sich Philipp Jankowski, Zuspieler und Geburtstagkind in Personalunion: „Jetzt mach ich mal was, womit keiner rechnet und was ich im Grunde genommen auch gar nicht können muss“ und erwirkte per Angriffsschlag ins Bühler Herz die erste größere Führung der Hausherren (8:5).
Infolgedessen zeichneten sich beide Teams nicht nur durch ihr konsequentes Sideout, sondern im zunehmenden Maße auch durch tolle Abwehrarbeit aus. Allen voran NETZHOPPERS-Libero Kamil(kaze) Ratajczak ließ die Matrix-Macher bei seinen Glanztaten wiederholt vor Neid erblassen. Nichtsdestotrotz blieb der Gast aus dem Schwarzwald dank einiger Flatteraufschlagserien ebenbürtig und hatte nach einem Luftloch von Mittelblockerfels Moises erst beim 27:29 das Nachsehen.
Doch die Badener blieben den Beweis ihrer Klasse, die sie zur Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison avancieren ließ, keineswegs schuldig. Ein Potpourri aus beharrlicher Feldabwehr, wenigen eigenen Fehlern und unverändert starkem Aufschlagspiel ließ den Satzausgleich schon nah erscheinen.
Dann allerdings fasste Bühls Mittelblocker Poluga infolge einer strittigen Schiedsrichterentscheidung den Plan, die Netzanlage vorzeitig abzubauen. Einen derart dreisten Eingriff in den Spielablauf konnten die Unparteiischen natürlich nicht gelten lassen, zeigten dem sonst so schlaftrunken dreinblickenden Serben den gelben Karton und sorgten somit für ein retardierendes Moment: Die Hausherren spielten wie entfesselt und die Mannen von Ruben Wolochin fielen in sich zusammen wie eine vertrocknete Zimmerpflanze (25:20).
Parallel verlief das Spielgeschehen auch im dritten Durchgang. Die NETZHOPPERS machten nun das Spiel, der TV Bühl auf tote Katze. Mittels der Hereinnahme von Brasilianer Danilo schaffte es Trainer Wolochin überraschenderweise, seinem Team neues Leben einzuhauchen. Der Mittelblocker wirkt zwar grazil wie eine Waschmaschine mit Beinen, war im Block jedoch sofort zur Stelle, sodass der TV beim 15:15 wieder egalisieren konnte. „Was dieser Danilo kann, kann ich schon lange“, dachte sich wohl Paul Sprung als er per doppeltem Blockerfolg die „Brandenburger Hölle“ endgültig zum Kochen brachte und den Startschuss zu einer weiteren Endphase á la Alfred Hitchcock gab. Auch diesmal hatten die NETZHOPPERS auf jede Frage eine Antwort und triumphierten erneut mit 29:27.
Dieser Thriller und das von Entschlossenheit und Mut geprägte Auftreten seiner Jungs entlockte Trainer Culic ein spontanes und ungewohnt emotionales „Bravo!“, das an diesem denkwürdigen Abend genug der Analyse sein sollte.
Paul Hofmann
Kommunikation NETZHOPPERS
Bilder des Abends finden Sie im Blog unserer Fotografin Dagmar Jaschen oder auf der Internetpräsenz von Wolfgang Purann.

































































Kommentare
und das Adrenalin mit einem Siegerbier heruntergekühlt ...
Guuuut gemacht, Jungs!!! Vor allem eure mentale Einstellung war sichtbar besser als die der Bühler. Ihr passt aufeinander auf, das fand ich Klasse.
@Dagmar und Wolfgang: Was für irre Fotos, lauter fliegende Riesenkerle!!!!
@Schiedsrichter in: Geheimnisvolle Sachen wurden gepfiffen in der Landkostarena...
Heute morgen beim Frühstück heftig gelacht, als wir Pauls Bericht gelesen haben. Bist schon ein Genie , Paul.
Bis Sonntag und sonnige Grüße aus Bestensee
danke!