Interview mit dem Team Brink-Abeler / Grün
Geschrieben von: Paul Hofmann Montag, den 28. Juni 2010 um 12:04 Uhr
Ein Team bestehend aus Angelina Grün, der vermutlich besten deutschen Hallenvolleyballerin des letzten Jahrzehnts und Rieke Brink-Abeler, einer arrivierten deutschen Beacherin – eine durchaus interessante Kombination, die in der Volleyballszene gespannt verfolgt wird. Wie schätzt ihr eure derzeitige Entwicklung ein und wie groß seht ihr den Abstand zu den deutschen Topteams?
„Wir haben es von Anfang an als „das Experiment“ bezeichnet und sind abwartend an die ganze Sache herangegangen. Natürlich müssen wir als Team unser Zusammenspiel erst optimieren und die nötige Konstanz entwickeln, um mittelfristig national erfolgreich zu sein und uns auch international zu etablieren. Dabei ist die Kommunikation enorm wichtig: Wir diskutieren über verschiedene Spielsituationen und werten diese aus, wobei uns natürlich auch kleinere Turniere wie das Ranglistenturnier hier in Königs Wusterhausen helfen. Zu den deutschen Topteams wie Goller/Ludwig besteht momentan noch ein großer Abstand."
Wie sieht es bei euch auf der persönlichen Ebene aus? Passt ihr auch menschlich zueinander?
„ Wir befinden uns momentan in der sogenannten „honey moon“ - Phase, da man sich in der ersten gemeinsamen Saison ja erst mal genauer kennen lernt und alles sehr harmonisch abläuft. Wir gehen gemeinsam durch Dick und Dünn, schließlich gibt es immer mal Situationen, die nicht ganz zu unserer vollsten Zufriedenheit verlaufen. Angelina ist eine sehr emotionale Spielerin, wir bilden im Spiel ein gutes Gespann.“
Gesetzt den Fall, ihr qualifiziert euch für die Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand, welche Platzierung habt ihr dort ins Auge gefasst?
„ Am Timmendorfer Strand herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Manchen liegt es dort zu spielen, manchen eben nicht: Jeder kann jeden schlagen. Unser Ziel ist Platz 5, alles darüber ist durchaus möglich, von der Tagesform abhängig und würde uns natürlich umso mehr freuen.“
Angelina, Du hast deine aktive Laufbahn in der Halle beendet. Wie kam es zum Entschluss, deine Karriere im Sand fortzusetzen?
„ Seit ich im April 2008 meine Hallenschuhe an den Nagel gehängt habe, vermisste ich die Emotionen beim Spiel und habe dann mit dem Beachvolleyball die neue Herausforderung gefunden, die ich gesucht und gebraucht habe. Bei einem Spaßturnier bin ich gemeinsam mit Rieke ans Netz gegangen und das hat sofort gepasst. Am Beachvolleyball reizen mich nicht unbedingt die äußeren Bedingungen (das Wetter dieses Jahr war ja bisher auch alles andere als durchgängig gut), sondern vielmehr die Trainingserfolge, der intensive Kontakt mit einer Partnerin und die Grenzen, die mir manchmal aufgezeigt werden.“
Rieke, Du hast vorher jahrelang mit Hella Jurich zusammen gespielt, die zur Elite des deutschen Beachvolleyballsportes gehört. Was hat dich zum Zusammenspiel mit Angelina bewegt, das ja aufgrund ihrer Hallenvergangenheit durchaus Risiken birgt?
„ Nachdem ich mich 2008 von Hella Jurich getrennt hatte, habe ich kurzzeitig mit Karla Borger ein Team gebildet. Wir hatten uns allerdings schon auf eine Auflösung verständigt, als die Möglichkeit bestand, mit Angelina gemeinsame Sache zu machen. Die Energie dafür ist weiterhin vorhanden, wir sind im gleichen Alter, Angelina arbeitet sehr professionell und das wichtigste: Auf sie ist Verlass. Wir geben uns genug Zeit, um uns aneinander gewöhnen zu können und sind optimistisch für die Zukunft. Sprich: Wir sind auf einem guten Weg.“
Das Interview führte Paul Hofmann vor dem Finale zum 17.WKW Beach Cup. Das Team verlor im Finale knapp im Tiebreak gegen Sophie Colditz und Jenny Heinemann.































































