Die Krönung des KW’er Beachsommers
Geschrieben von: Paul Hofmann Montag, den 21. Juni 2010 um 14:28 Uhr
Als Toni Hellmuth am späten Abend des 19. Juni 2010 mit seinem Angriff am Netz scheiterte, war auch die 17. Auflage des WKW – Beach – Cups Geschichte. Seit 9 Uhr hatten die 11 Damen- und 15 Herrenteams beim Kampf um wertvolle Punkte für die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand und 2500 € Preisgeld den anwesenden Freunden des Sandsportes erstklassigen Beachvolleyball mit hohem Unterhaltungswert geboten. Das Wetter blieb bis auf eine kurzzeitige Regenperiode konstant und bescherte bei leichter Bewölkung und Temperaturen um die 20° C perfekte Bedingungen für Sportler und Zuschauer, die an diesem Tag eher auf Qualität denn Quantität setzten und zwischenzeitlich Anfeuerungen und Applaus sogar für eine spontane La-Ola-Welle unterbrachen.
Durch die Pause der deutschen Beachvolleyballtour an diesem Wochenende konnte die Königs Wusterhausener Beachgemeinde einige nationale Topspieler bei ihrem Ranglistenturnier der Kategorie A+ bestaunen. Dabei waren die Duelle vor allem durch den Vergleich zwischen arrivierten Beachvolleyballern und ihren hochkarätigen Kollegen aus dem Indoorbereich geprägt. So konnten die Zuschauer beispielsweise die ehemalige Weltklassespielerin und 272-fache Nationalspielerin Angelina Grün im Königs Wusterhausener Sand bewundern, die sich nach Beendigung ihrer Hallenkarriere nun ganz dem Beachvolleyball widmet und mit ihrer Partnerin Rieke Brink-Abeler bis ins Finale vorstoßen konnte. Bei den Männern standen ausgesprochenen Beachvolleyballern wie dem Gespann Flüggen/Hellmuth oder Tilo Backhaus Hallenspieler par excellence wie der Netzhoppers Diagonale Matthias Böhme, SCC-Neuzugang Felix Fischer oder Italienlegionär Dirk Westphal gegenüber. Hochklassige Hallenspieler und Beacher in Personalunion wie Marcus Popp (deutscher Vizemeister 2009) oder Sebastian Fuchs (U23 Europameister 2007) waren ebenfalls zu bestaunen und belegten wie erwartet die vorderen Plätze. Zu bedauern war lediglich die verletzungsbedingte Absage des Nationalteams Erdmann/Matysik, das allen Netzhoppers ein Begriff sein sollte, da beide für die Erstligavertretung des Vereins zum Hallenball greifen und im Vorhinein als Favorit auf den Turniersieg ausgemacht wurden.
Nach hochklassigen, fairen und dramatischen Duellen gelang bei den Frauen dem Duo Colditz/Heinemann (an Position 2 gesetzt) sowie dem Gespann Walkenhorst/Höppner (an 4 gesetzt) der Halbfinaleinzug und Erstgenannte ließen keinen Zweifel aufkommen, dass sie den unbedingten Willen zum Finaleinzug haben: 21:17 ging dieser erste Satz an die Berlinerinnen. Das sich jedoch Walkenhorst/Höppner nicht einfach so abspeisen lassen würden, war allen klar und zeigte sich im hochdramatischen zweiten Satz, der Colditz/Heinemann mit einem knappen 26:24 letztlich den Finaleinzug bescherte. Das andere Semifinale bestritten die favorisierten und topgesetzten Brink-Abeler/Grün gegen das an 5 gesetzte Duo Andreas/Stöckmann. Die Titelanwärter wurden dabei ihrer Rolle gerecht und sicherten sich beide Sätze souverän (21:12, 21:8), so dass das von vielen prophezeite Endspiel Wirklichkeit wurde. Im kleinen Finale sicherten sich Walkenhorst/Höppner mit 2:0 Sätzen den Platz auf dem Treppchen und verwiesen Andreas/Stöckmann auf den 4. Platz. Das hochklassige Finale ging zur Freude der Zuschauer in den Tiebreak. Nachdem sich Colditz/Heinemann den ersten (21:15) und Brink-Abeler/Grün den zweiten Satz (21:11) sichern konnten, kam das Duo aus Berlin mit einem Blitzstart in den Entscheidungssatz und machte die Überraschung perfekt: Nach 15:7 fielen sich Sophie Colditz und Jenny Heinemann überglücklich in die Arme und konnten sich über 30 DVV-Punkte für den Turniersieg freuen.
Im männlichen Teilnehmerfeld kam es im ersten Halbfinale zu einem Krimi zwischen dem Hallenduo Eichbaum/Westphal, die an Position 12 gesetzt in das Turnier gingen und den beiden jungen Berlinern Flüggen/Hellmuth (Setzliste Position 2). Nach einem 22:20 konnten letztere den ersten Satz zwar auf ihrer Habenseite verbuchen, mussten jedoch im folgenden Satz ein 17:22 schlucken und damit im Tiebreak die Finalteilnahme erkämpfen. Dieser endete denkbar knapp 15:13 für Flüggen/Hellmuth, die viele schon vorher als Favoriten für den Endspieleinzug gesehen hatten. Das zweite Semifinale bestritten die Topgesetzten Backhaus/Popp gegen das athletische Gespann Fischer/Fuchs, die in der Verliererrunde viele Spiele zu absolvieren hatten. Der damit einhergehende Kraftverlust war zu erkennen und schlug sich auch im Ergebnis nieder, da die beiden zwar aufopferungsvoll kämpften, aber letztlich mit 13:21 und 14:21 unterlegen waren. So kam es wie bei den Frauen zu einem vorweggenommenen Finale zwischen Backhaus/Popp und Flüggen/Hellmuth, das mit reichlich Publikum, Flutlicht und vorherigem Feuerwerk in einem würdigen Rahmen stattfand. Das Spiel begann mit einigen Unsicherheiten in den Aktionen, da aufgrund des ungewohnten Flutlichtes schwierige Lichtverhältnisse herrschten. So konnten sich Backhaus/Popp, die sich schneller akklimatisiert hatten, den ersten Satz mit 21:12 sichern. Doch schon beim Verlassen des Feldes war den beiden Berlinern Flüggen/Hellmuth der Mut und die Zuversicht für den kommenden Satz anzumerken und sie ließen mit einem ebenfalls souveränen Satzgewinn (21:15) und tollen Blockaktionen von Toni Hellmuth keinen Zweifel daran, dass sie sich noch nicht aufgegeben hatten, um ihre Stärke wussten und am Ende den Siegerpokal in den Königs Wusterhausener Nachthimmel strecken wollten. So musste also auch beim Männerfinale der Tiebreak die Entscheidung bringen, wer sein DVV-Punktekonto um 30 neue aufstocken konnte. Es entwickelte sich ein dramatisches Hin und Her mit letztendlichem Fortune für die favorisierten Backhaus/Popp, die mit 16:14 auf dem Center Court triumphierten und das Ranglistenturnier als würdiger Sieger abschlossen.
Die vollständigen Ergebnislisten des 17. WKW – Beach – Cups:
Männer Frauen
1. Backhaus/Popp 1. Colditz/Heinemann
2. Flüggen/Hellmuth 2. Brink-Abeler/Grün
3. Eichbaum/Westphal 3. Höppner/Walkenhorst
4. Fischer/Fuchs 4. Andreas/Stöckmann
5./6. Goertz/Liebscher 5./6. Gernert/Haftmann
5./6. Kaspar/Itzigehl 5./6. Riedel/Richter
7./8. Nikiforovas/Mielenz 7./8. Rothe/Uhlig
7./8. Schreiber/Grudsinski 7./8. Scharmarcher/Voigt
9.-12. Matthes/Lange 9.-12. Baumgartner/Priesterjahn
9.-12. Peisl/Smarczewski 9.-12. Krahl/Peter
9.-12. Heinicke/Rost
9.-12. Wilke/Schmidt
13.-16. Böhme/Krause
13.-16. Kaufer/Schulze
13.-16. Anders/Schäfer
Bei aller sportlichen Spitzenklasse wurde nebenher ein vielseitiges Rahmenprogramm geboten und das Turnier zu einem Event für die ganze Familie. Neben zahlreichen herzhaften und süßen kulinarischen Genüssen bot das Sport- und Gesundheitszentrum Königs Wusterhausen einen kostenlosen Gesundheits- und Rückentest sowie eine Vorführung des Innercyclings nach Musik. Die Besucher bekamen einen Einblick in die Welt des Pilates, konnten einen „Sprayerwettbewerb“ und Cheerleader-Darbietungen der „Lucky Charms“ vom SC Eichwalde und des MCC Magic Cheer Circle vom SC Großziethen beobachten und lauschten den Klängen der Musikschule Fröhlich. Für die Kleinsten (oder teilweise auch die Großen) bot sich eine Menge Spaß auf der Kinderhüpfburg, beim Basteln und Schminken und beim Erleben der Jonglagevorführungen, Clownerie und Stelzenläufer des „cirque arcticus“. Am Netzino – Fanstand konnte man sich volleyballgerecht einkleiden und an der Tombola teilnehmen. Hier galt, jedes Los gewinnt! Möglich wurde diese Überraschung durch eine Vielzahl interessanter Preise, die von den Unternehmen Fahrrad-König, Bauhaus, Scholpp und Innova zur Verfügung gestellt wurden. Entsprechend groß war die Resonanz, die Augen leuchteten nicht nur bei den jüngsten Besuchern.
Ein solches Event wäre für dem Verein allein nicht zu stemmen gewesen, weshalb wir neben WKW Wärmeversorgungs Gesellschaft Königs Wusterhausen den vielen Sponsoren, ehrenamtlichen Helfern und Förderern danken.
Desweiteren gilt unser Dank vor allem Arvid für die souveräne und reibungslose Turnierleitung, Björn Langner, Spilli sowie natürlich Jochen für die Organisation des Events, Hansi für das Betreiben der Cocktailbar und Helge, der nebst organisatorischen Aufgaben und der medialen Vorarbeit für das Turnier keinen Staub und Dreck scheute, um stets nahe am Geschehen zu sein und so abermals spektakuläre Aufnahmen liefern zu können.
Paul Hofmann






































































