In Bundesliga, Netzhoppers

Mannschaftsarzt Kai Dragowsky ist nicht nur für die medizinische Betreuung der Volleyballspieler des Bundesligisten Netzhoppers SolWo Königspark KW verantwortlich, sondern er kümmert sich auch bei der Nationaltmannschaft um die Wehwehchen der Auswahlakteure. Dragowsky war auch erst vor Kurzem mit dem DVV-Team im mexikanischen Leon unterwegs, wo die Deutschen in der World Leaque Gruppe drei antreten mussten. Den Aufstieg in die zweite Gruppe hat das Team um den italienischen Coach Andrea Giani jedoch verpasst, da es im Halbfinale die Partie gegen Spanien mit 0:3 verloren hatte. Im Interview erzählt der Mediziner aus Berlin unter anderem, was er Andrea Giani in der Zukunft zutraut und ob er  auch bei der Volleyball-EM in Polen mit dabei ist.

Herr Dragowsky, welche Eindrücke konnten Sie aus Mexiko mitnehmen?

Es war sehr warm dort (lacht). Selbst in der Halle waren bei jedem Spiel 30 Grad. Daher war es wichtig für die Spieler, sehr viel zu trinken. Die Einheimischen haben sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und sie waren super gastfreundschaftlich. Es war für mich eine tolle Woche in Mexiko mit vielen neuen Erfahrungen, denn ich war das erste Mal dort.

Ist denn Andrea Giani der richtige Mann, um Deutschland zur Weltmeisterschaft zu führen?

Absolut. Er war ja einer der weltbesten, wenn nicht sogar der weltbeste Volleyballspieler. Er stellt hohe Ansprüche ans Team und arbeitet dabei super professionell, was man ja von Italienern nicht immer unbedingt erwarten kann. Besonders im medizinischen Bereich sucht er regelmäßig die Kommunikation, was ich persönlich sehr super finde.

Hatten Sie als Teamarzt in Leon viel zu tun?

Es waren nur Kleinigkeiten zu behandeln. Ein Spieler hatte leichte Magen-Darm-Beschwerden. Aber ansonsten sind wir zum Glück von Montezumas Rache (Durchfall) verschont geblieben. Ab und zu musste ich einen lädierten Daumen oder Finger behandeln. Das war aber alles im Rahmen der Normalität. Zum Glück sind wir von größeren Verletzungen verschont geblieben.
Der nächste größere Höhepunkt für das Nationalteam sind die Europameisterschaften vom 24. August bis zum 3. September in Polen.

Werden Sie das Team auch dort betreuen?

Nein, bei der EM werde ich nicht mit dabei sein. Die Mannschaft bereitet sich aktuell in Kienbaum auf die WM-Qualifikationsspiele Ende Juli in Belgien vor. Ich bin regelmäßig in Kienbaum und betreue die Jungs dort. Mein Kollege Karsten Holland, der auch noch der Hallensprecher bei den BR Volleys ist, wird dann die Auswahl mit nach Belgien und Polen begleiten. Wir beide teilen uns schon seit einiger Zeit die Aufgabe der medizinischen Betreuung des Nationalteams.
Sie haben eine eigene Arztpraxis in Berlin.

Wie ist es für Sie immer möglich, teilweise auf zwei Hochzeiten zu tanzen?

Ich betreue schon sehr lange Sportler. Unter anderem war ich auch schon Teamarzt bei den Basketballern von Alba Berlin. Die Arbeit mit den Athleten macht mir unheimlich viel Spaß. Ich bekomme zwar eine kleine Aufwandsentschädigung für meine Arbeit, aber für mich ist es eher ein Hobby, da ich sehr sportbegeistert bin.
Kommen wir zum Schluss noch zu den Netzhoppers.

Wie geht es Björn Andrae nach seiner Knieoperation und warum musste Mittelblocker Paul Sprung unters Messer?

Björn macht aus medizinischer Sicht einen recht guten Eindruck. Ich denke, er kann in der kommenden Saison sicherlich wieder auf einem sehr hohen Niveau Volleyball spielen. Paul hatte einen Knorpelschaden beim Beach-Volleyball erlitten, den ich operiert habe. Es geht ihm sehr gut und bis zum Saisonstart im Oktober ist er locker wieder fit.

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